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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Reliabilität der videobasierten Pflegebegutachtung (ViBe-Pflege) nach SGB XI: Übereinstimmung mit der Vor-Ort-Begutachtung

Arlett Wenzel - Medizinischer Dienst Bund, Deutschland
Matthias Meinck - Kompetenz-Centrum Geriatrie der Medizinischen Dienste, Deutschland
Andrea Kimmel - Medizinischer Dienst Bund, Deutschland
Johanna zur Verth - Universität Bremen, Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, Bremen, Deutschland
Martin Scharpenberg - Universität Bremen, Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, Bremen, Deutschland
Jessica Lobitz - Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland
Eleonora Durakovic - Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland
Nadine Schempp - Medizinischer Dienst Bund, Deutschland
Werner Brannath - Universität Bremen, Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, Bremen, Deutschland
Stephan Kloep - Universität Bremen, Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, Bremen, Deutschland
Amina Sophie Spano - Universität Bremen, Kompetenzzentrum für klinische Studien Bremen, Bremen, Deutschland
Emily Mena - Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland
Karin Wolf-Ostermann - Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland

Text

Hintergrund: Die videobasierte Pflegebegutachtung (ViBe-Pflege) kann als digitales Verfahren helfen, steigenden Anforderungen (Zunahme an Pflegebegutachtungen in Verbindung mit Fachkräftemangel) zu begegnen und die Begutachtung nach SGB XI weiterzuentwickeln. Für einen regelhaften Einsatz ist ein verlässlicher Nachweis der Eignung im Vergleich zur persönlichen Vor-Ort-Begutachtung als Referenzverfahren erforderlich. In der seit April 2024 laufenden und vom GKV-SV geförderten Studie wird daher die Reliabilität der Pflegegradempfehlung untersucht; ergänzend wird die Übereinstimmung gutachterlicher Empfehlungen (z. B. zur Prävention und Rehabilitation, Heil-/Hilfsmittel) geprüft.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Bestimmung der Reliabilität der ViBe‑Pflege im Vergleich zur Vor-Ort-Begutachtung, einschließlich möglicher Unterschiede nach Setting, Begutachtungsanlass und verschiedener Merkmale der Antragstellenden.

Material & Methoden: Durchgeführt wurde eine randomisiert kontrollierte Reliabilitätsstudie mit 363 Antragstellenden (ambulante/stationäre; Erst-/Folgeanträge). Jede Person erhielt eine Vor-Ort-Begutachtung und eine ViBe-Pflege in zufälliger Abfolge. Primär wurde die Übereinstimmung der Pflegegradempfehlung mittels linear gewichteten Kappa bestimmt; ergänzend die Übereinstimmung zentraler Empfehlungen (u. a. Selbstständigkeit, Prävention/Rehabilitation, Heil-/Hilfsmittel, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen).

Ergebnisse: Im Kongressbeitrag werden die Reliabilitätsbefunde (Übereinstimmung der Pflegegradempfehlung) sowie Unterschiede nach Setting (ambulant/stationär), Begutachtungsanlass (Erst-/Folgebegutachtung) und ausgewählten Personengruppen präsentiert. Zusätzlich werden Ergebnisse zur Übereinstimmung begutachtungsrelevanter Empfehlungen berichtet.

Diskussion: Die Studie, die im Sommer 2026 abgeschlossen wird, liefert eine wesentliche Evidenzgrundlage für die Implementierung der ViBe-Pflege als ergänzendes Begutachtungsformat. Entscheidend ist, auf Basis der Ergebnisse festzulegen, in welchen Konstellationen eine Vor-Ort- bzw. Videobegutachtung zuverlässige Entscheidungen ermöglicht. Dafür braucht es transparente, standardisierte Auswahlkriterien und Prozessregeln, für eine einheitliche Umsetzung.

Take Home Message für die Praxis: Bei nachgewiesener Reliabilität kann die ViBe-Pflege die Pflegebegutachtung als zusätzliches digitales Format zukunftsfähig ergänzen. Nächste Schritte sind klare Ein- und Ausschlusskriterien, eine in großem Umfang umsetzbare Integration in den Begutachtungsalltag und standardisierte Prozessregeln.

Interessenkonflikte: Keine