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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Leitlinienbasierter KI-Assistent zur didaktischen Unterstützung von klinischem Reasoning: Proof-of-Concept am Beispiel Beratungsanlass „Husten“

Martin Bortz - Medizinische Universität Lausitz (MUL), Department für Primärversorgung – Allgemeinmedizin, Deutschland; Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland
Martin Kunitzsch - Ostec GmbH, Deutschland
Karin Voigt - Medizinische Universität Lausitz (MUL), Department für Primärversorgung – Allgemeinmedizin, Deutschland; Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland
Jeannine Schübel - Medizinische Universität Lausitz (MUL), Department für Primärversorgung – Allgemeinmedizin, Deutschland; Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Bereich Allgemeinmedizin, Dresden, Deutschland

Text

Hintergrund: Klinisches Reasoning ist eine zentrale Kompetenz in der Primärversorgung, die durch undifferenzierte Symptome und diagnostische Unsicherheit geprägt ist. KI-basierte Anwendungen zeigen Potenzial im diagnostischen Support, bilden klinische Entscheidungslogiken jedoch oft nicht transparent oder didaktisch nutzbar ab. Entscheidend ist, wie Leitlinienwissen in KI-Assistenzsystemen repräsentiert wird: als unstrukturierte, semantisch abgerufene Textsegmente oder als explizite Abbildung klinischer Relationen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Entwicklung eines leitlinienbasierten KI-Assistenten für strukturiertes klinisches Reasoning in der Primärversorgung. Verglichen werden drei technische Ansätze hinsichtlich didaktischer Nutzbarkeit und Leitliniennähe.

Material & Methoden: Die drei Ansätze nutzen ein Large Language Model mit didaktisch ausgerichtetem Systemprompt und unterscheiden sich in der Wissensintegration: (1) ohne externe Wissensbasis, (2) mit vektorbasiertem Retrieval, bei dem Leitlinieninhalte als Textsegmente eingebunden werden, (3) mit graphbasiertem Retrieval, bei dem klinische Entscheidungspfade (Zusammenhänge zwischen Anamnese, Befunden, Differentialdiagnosen) explizit und relational strukturiert hinterlegt sind. In dieser ersten Phase war die Wissensbasis auf den Beratungsanlass „Husten“ beschränkt. Evaluiert wurde anhand standardisierter Fallvignetten mit Fokus auf Anamnese, körperliche Untersuchung und frühe Entscheidungsfindung. Die Antworten wurden von drei unabhängigen Prüfern mittels eigens entwickelter Bewertungsmatrix beurteilt.

Ergebnisse: Präsentiert werden Antwortmuster der drei Ansätze auf standardisierte Fallvignetten sowie die Ergebnisse der Bewertungsmatrix, insbesondere in Hinblick auf Unterschiede in didaktischer Nutzbarkeit und Leitliniennähe.

Diskussion: Der graphbasierte Ansatz nutzt strukturierte und relationale Wissensrepräsentationen, um klinische Zusammenhänge explizit abzubilden und klinisches Reasoning nachvollziehbar zu unterstützen. Diese Verbindung ermöglicht regelbasierte, leitliniengestützte Entscheidungspfade. Dies ist für die Primärversorgung besonders relevant, da der Erwerb von Kompetenzen im klinischen Reasoning in Aus- und Weiterbildung ressourcen- und supervisionsintensiv ist.

Take Home Message für die Praxis: Ein wissensbasierter KI-Assistent kann klinisches Reasoning in der Primärversorgung didaktisch fördern und damit klinische Expertise sowie Supervision sinnvoll unterstützen.

Interessenkonflikte: Keine