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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Nicht-medikamentöse Interventionen zur Verbesserung des Schlafs bei hospitalisierten Patient:innen: Aktualisierung eines systematischen Reviews mit Meta-Analyse

Gerhard Emmanuel Fuchs - Universität/Universitätsklinikum Heidelberg, Pflege- und Therapiewissenschaft, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Nicole Stöbich - Universität/Universitätsklinikum Heidelberg, Pflege- und Therapiewissenschaft, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Johannes Alois Vey - Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Medizinische Biometrie, Heidelberg, Deutschland
Pamina Nowack - Universität Heidelberg, Bachelorstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Hanna Steinbinder - Universität Heidelberg, Bachelorstudiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Martin Müller - Universität/Universitätsklinikum Heidelberg, Pflege- und Therapiewissenschaft, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Natascha-Elisabeth Denninger - Universität/Universitätsklinikum Heidelberg, Pflege- und Therapiewissenschaft, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Schlafstörungen sind bei hospitalisierten Patient:innen häufig und können den Genesungsprozess negativ beeinflussen. Nicht-medikamentöse Interventionen stellen einen potenziell wirksamen Ansatz zur Verbesserung der Schlafqualität dar.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war die Aktualisierung eines systematischen Reviews mit Meta-Analyse von Beswick et al. aus 2023, der die Wirksamkeit nicht-medikamentöser Interventionen zur Verbesserung des Schlafs bei hospitalisierten Patient:innen untersuchte, um neu publizierte randomisierte Studien zu identifizieren und zu synthetisieren.

Material & Methoden: Der systematische Review wurde gemäß Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions durchgeführt und in PROSPERO registriert (CRD42024616653). Die systematische Recherche erfolgte in CINAHL, Cochrane Library, Embase, MEDLINE und PsycINFO (03/2022–10/2024). Screening, Datenextraktion und Bewertung des Biasrisikos (RoB 2) erfolgten unabhängig durch mehrere Forschende. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien mit hospitalisierten Erwachsenen, die nicht-medikamentöse Interventionen zur Schlafverbesserung untersuchten. Primärer Endpunkt war die patientenberichtete Schlafqualität.

Ergebnisse: Aus 3581 Treffern wurden 10 Studien eingeschlossen. Untersuchte Interventionen umfassten u. a. progressive Muskelrelaxation, Atemübungen, Aromatherapie und ergonomische Schlafmasken. In den meisten Studien wurden statistisch signifikante Verbesserungen der Schlafqualität im Vergleich zu Kontrollgruppen berichtet. Die Beschreibung der Interventionen war überwiegend gut bis sehr gut, sodass eine grundsätzliche Reproduzierbarkeit gegeben ist. Aufgrund methodischer Limitationen, insbesondere eines hohen Verzerrungsrisikos, wurde die Evidenzqualität insgesamt als gering bewertet. Die Meta-Analyse ist in Vorbereitung.

Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf positive Effekte nicht-medikamentöser Interventionen hin. Die Aussagekraft ist jedoch aufgrund niedriger Studienqualität, kleiner Stichproben und heterogener Interventionen eingeschränkt. Eine quantitative Synthese (Meta-Analyse) unter Berücksichtigung der Heterogenität ist erforderlich, um Effektgrößen und klinische Relevanz besser einordnen zu können.

Take Home Message für die Praxis: Nicht-medikamentöse Interventionen können die Schlafqualität hospitalisierter Erwachsener verbessern, die Evidenz ist jedoch unsicher. Hochwertige randomisierte Studien mit standardisierten Outcomes sind erforderlich.

Interessenkonflikte: N.-E. Denninger wird durch das Rahel Goitein-Straus-Programm der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg gefördert. N. Stöbich erhält Förderung im Rahmen eines Promotionsstipendiums der HBG Stiftung. Diese Förderungen hatten keinen Einfluss auf Design, Durchführung, Analyse oder Berichterstattung dieser Studie. Alle anderen Autor:innen geben an, keine Interessenskonflikte zu haben.