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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Community Health Assessment als Ausgangsanalyse klimabezogener Gesundheitsförderung und Resilienz in der stationären Langzeitpflege
Text
Hintergrund: Stationäre Pflegeeinrichtungen zählen zu den besonders gefährdeten Settings gegenüber klimabedingten Gesundheitsrisiken, die sich nicht nur auf die Gesundheit hochaltriger Bewohner:innen auswirken, sondern auch die Versorgungsfähigkeit der Einrichtungen beeinflussen. Für Klimaanpassung und Gesundheitsförderung gewinnt die Frage an Bedeutung, wie stationäre Pflegeeinrichtungen in sozialräumliche und kommunale Kontexte eingebettet sind.
Zielsetzung/Fragestellung: Untersucht wird, wie ein Community Health Assessment (CHA) gesundheitsrelevante Ressourcen, klimabezogene Belastungen und potenzielle Verwundbarkeiten im Umfeld stationärer Pflegeeinrichtungen sichtbar machen kann und wie sich diese zu organisationalen Ansätzen der Krisenvorsorge und Klimaanpassung verhalten. Explorativ werden Unterschiede zwischen urbanen und ländlich geprägten Untersuchungsräumen betrachtet.
Material & Methoden: Durchgeführt wurde eine sozialräumliche Analyse stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Lichtenberg sowie in den brandenburgischen Landkreisen Barnim und Uckermark. Grundlage sind amtliche Sozial-, Gesundheits- und Versorgungsdaten, Infrastrukturindikatoren, gesundheitsrelevante Umwelt- und Gefährdungslagen sowie eine ergänzende Dokumentenanalyse bestehender Krisen- und Klimaanpassungskonzepte.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen Unterschiede lokaler Belastungs- und Ressourcenprofile. Berlin-Lichtenberg weist eine hohe infrastrukturelle Dichte sowie innerbezirklich ausgeprägte Hitzeschwerpunkte und Umweltbelastungen auf. In Barnim und Uckermark treten längere Versorgungswege, geringere Infrastrukturdichten und höhere Anteile älterer Bevölkerungsgruppen hervor. Parallel zeigen die Dokumente unterschiedliche organisationale Zugänge: Während ländliche Einrichtungen stärker allgefahrenorientiert planen, finden sich im urbanen Setting stärker ausdifferenzierte klimabezogene Konzepte. Top-down-Vorgaben werden regional unterschiedlich in einrichtungsspezifische Ansätze übersetzt während partizipative Bottom-up-Elemente bislang punktuell bleiben.
Diskussion: CHA ermöglichen eine differenzierte Einordnung klimabezogener Belastungen stationärer Pflegeeinrichtungen im lokalen Kontext. Resilienz entsteht nicht allein organisationsintern, sondern hängt von sozialräumlichen Ressourcen, Umweltbedingungen und kommunalen Unterstützungsstrukturen ab.
Take Home Message für die Praxis: Klimabezogene Resilienz stationärer Pflegeeinrichtungen entsteht im Zusammenspiel gesetzlicher Anforderungen mit sozialräumlicher Einbindung und der Beteiligung der dort arbeitenden und lebenden Personen?.
Interessenkonflikte: Keine



