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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Welche Rolle nehmen Pflegefachkräfte im Reha-Team ein? Ergebnisse aus der Mixed-Methods-Studie INFORM

Ulrike Haß - Universität Potsdam/FGW Brandenburg, Professur für Rehabilitationsmedizin, Potsdam, Deutschland
Julia-Marie Zimmer - Universitätsmedizin Halle, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationsmedizin, Profilzentrum für Gesundheitswissenschaften, Deutschland
Machteld Luizink-Dogan - Universität Potsdam/FGW Brandenburg, Professur für Rehabilitationsmedizin, Potsdam, Deutschland
Thorsten Meyer-Feil - Universitätsmedizin Halle, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Rehabilitationsmedizin, Profilzentrum für Gesundheitswissenschaften, Deutschland
Annett Salzwedel - Universität Potsdam/FGW Brandenburg, Professur für Rehabilitationsmedizin, Potsdam, Deutschland

Text

Hintergrund: Im Rahmen des INFORM-Projektes wurden zur Erfassung des Fortbildungs- und Austauschbedarfes von Reha-Mitarbeitenden explizit alle Mitglieder zur Teilnahme aufgerufen, die die Arbeit im interprofessionellen Reha-Team gemeinsam gestalten. Besonders Pflegefachkräfte waren jedoch nur schwer für das Projekt erreichbar.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser Sekundäranalyse war daher, eventuelle Auffälligkeiten bzgl. des Rollenverständnisses von Pflegenden in der medizinischen Rehabilitation zu identifizieren.

Material & Methoden: Retrospektive Analyse der im Mixed-Methods-Projekt INFORM generierten Daten, für die sowohl berufsspezifische (n=45) als auch berufsübergreifende Befragungen (n=46) mit Reha-Mitarbeitenden und zusätzlich mit Klinikleitungen (n=5) geführt wurden. Die qualitativen Befunde wurden abschließend mittels Online-Survey quantifiziert und verifiziert (n=431). Gruppenvergleiche zwischen der Pflege und den übrigen Professionen wurden mittels Mann-Whitney U bzw. Chi² getestet.

Ergebnisse: Die Survey-Daten zeigen, dass die Pflegenden die Wahrnehmung, Wertschätzung und Kompetenzzuschreibung der eigenen Profession negativer bewerteten. So empfanden z. B. nur 59,4% der Pflegenden gegenüber 81,3% der anderen Professionen, dass sich die Anderen für ihre fachlichen Einschätzungen interessierten. Qualitativ fanden sich heterogene Aussagen bzgl. der Eigenperspektive auf ihren Pflegeberuf. Einerseits bedürfe die pflegerische Tätigkeit in der Rehabilitation „keiner besonderen Ausbildung“, da diese „eher so eine Ergänzung" sei und andererseits wird sie als ein „breite[s] Aufgabengebiet“ beschrieben, das „oftmals nicht gesehen oder anerkannt“ würde. Auch Äußerungen der anderen Professionen bewegten sich im Spannungsfeld zwischen Anerkennung der Pflege als fest definierte und in den Teammeetings erwünschte Profession und teils abwertenden Zuschreibungen, dass die Pflegenden „auch keine Lust" hätten, sich zu beteiligen.

Diskussion: Die gezielte Analyse offenbarte Anhaltspunkte hinsichtlich der heterogenen selbst- sowie fremdwahrgenommenen Rolle der Pflege in der medizinischen Rehabilitation. Auch außerhalb der Rehabilitation reagierte der International Council of Nurses erst kürzlich auf den Bedarf, die Rollen und Funktionen des Pflegeberufs klarer zu definieren.

Take Home Message für die Praxis: Die beobachtete Ambivalenz zwischen dem beschriebenen Profil des Pflegeberufes und der wahrgenommenen Rolle im interprofessionellen Reha-Team erfordert eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis des Pflegefachpersonals in der medizinischen Rehabilitation.

Interessenkonflikte: Keine