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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
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MFA – ein Engpassberuf! Wo klemmt’s?
Text
Hintergrund: Seit 2019 gilt der Beruf der Medizinischen Fachangestellten (MFA) als Engpassberuf. Es stehen nicht ausreichend Fachkräfte zur Verfügung, um freie Stellen rasch nachzubesetzen. Der Engpass wird einerseits durch eine hohe Fluktuation und andererseits durch einen hohen Anteil an Ausbildungsabbrüchen bedingt. In vielen Fällen verlässt das nichtärztliche Personal die Praxen auf eigenen Wunsch, was Fragen zur Personalbindung aufwirft (Berufswechsel, Ausbildungsabbrüche).
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Faktoren beeinflussen Berufswechsel und/oder Ausbildungsabbruch von MFA und welche Forschungslücken bestehen?
Material & Methoden: In einem narrativen Review wurde Literatur zu den o. g. Themen recherchiert und die Forschungsergebnisse zu einem Thema zusammengefasst, bewertet und in inhaltlichen Zusammenhang gebracht.
Ergebnisse: Zusammenfassend zeigt sich, dass die zentralen Gründe hohe Arbeitsbelastung, schlechte Entwicklungsmöglichkeiten, schwierige Personalführung, fehlende Anerkennung durch Vorgesetzte, Team und Patientinnen und Patienten, sowie strukturelle Schwächen des Systems und der Bezahlung sind. Arbeitszufriedenheit erwies sich als Mediator.
Forschungslücken bestehen hinsichtlich der Passung von Auszubildenden, Beruf und Ausbildungsbetrieb sowie zu allen Prädiktoren für den Berufsverbleib oder -ausstieg. In diesem Zusammenhang sollte auch untersucht werden wie sich neue Rollen in der Praxis (z. B. Physician Assistants, Digi-Managerin bzw. Digi-Manager, VERAH, NäPA etc.) auf die Arbeitszufriedenheit auswirkt. Zudem fehlen Daten zum Einfluss von Praxisgröße und Versorgungsformen auf Teamstrukturen und Zufriedenheit.
Diskussion: Der Beruf der MFA zeichnet sich einerseits durch seine Wichtigkeit für die gesundheitliche Versorgung im ambulanten Sektor und andererseits durch Arbeitsbedingungen aus, die offensichtlich nicht genug Attraktivität ausstrahlen. Mit dem Schließen der Forschungslücken können gezielte Maßnahmen zur Passung der Ausbildung und zum Berufsverbleib von MFA entwickelt und implementiert werden.
Take Home Message für die Praxis: Der Beruf der MFA zählt zu den Engpassberufen, auch sind neue Berufsbilder (und damit neue Rollen) in der ambulanten Praxis entstanden. Daher besteht der dringende Bedarf, Forschungslücken hinsichtlich der Berufsbindung von MFA zu schließen und für entsprechende Forschungsförderung zu werben.
Interessenkonflikte: Keine



