38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
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Aderhautdicke bei retinalen Venenverschlüssen und ihr Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren – Ergebnisse der „Gutenberg Retinal Vein Occlusion“ Studie
Text
Fragestellung: Das Ziel dieser Studie war es, die Aderhautdicke bei Patienten mit retinalen Venenverschlüssen (RVO) und den Einfluss damit verbundener kardiovaskulärer Risikofaktoren zu analysieren.
Methode: Patienten mit RVO wurden in die „Gutenberg Retinal Vein Occlusion“-Studie eingeschlossen, eine beobachtende Fall-Kontroll-Studie. Die Aderhautdicke von 68 Patienten mit RVO und 254 alters- und geschlechtsgleichen Kontrollpersonen wurde mittels optischer Kohärenztomographie (Spectralis®, Heidelberg Engineering, Heidelberg, Deutschland) im Enhanced Depth Imaging (EDI)-Modus an neun makulären Lokalisationen gemessen. Untersucht wurden das betroffene Auge, das nicht betroffene Partnerauge, sowie der Zusammenhang der Aderhautdicke mit möglichen Risikofaktoren.
Ergebnis: Die Aderhautdicke unterschied sich weder zwischen dem betroffenen Auge noch dem nicht betroffenen Partnerauge und der Kontrollgruppe. Sie war bei Männern höher als bei Frauen und bei Patienten über 65 Jahren geringer. Der häufigste kardiovaskuläre Risikofaktor bei RVO war arterielle Hypertonie (64,7% vs. 47,2%; p = 0,018), ohne Zusammenhang mit der Aderhautdicke. Rauchen war in der RVO-Gruppe häufiger als in der Kontrollgruppe (42,6% vs. 15,4%, p < 0,001); an zwei Lokalisationen war die Aderhautdicke bei Rauchenden signifikant geringer als bei Nichtrauchenden (p = 0,002; p = 0,045). Ein Glaukom war in der RVO-Gruppe ebenfalls häufiger als in der Kontrollgruppe (17,6% vs. 3,5%; p = 0,002), zeigte jedoch keinen Zusammenhang mit der Aderhautdicke.
Schlussfolgerung: In dieser Studie zeigte sich kein Zusammenhang zwischen RVO sowie den häufig assoziierten Risikofaktoren wie arterielle Hypertonie und Glaukom und Veränderungen der Aderhautdicke. Demgegenüber wurden Einflüsse von Geschlecht, Alter und Rauchen beobachtet. Die Aderhautdicke scheint damit in diesem Kollektiv eher demografische und lebensstilassoziierte Einflüsse abzubilden als RVO-spezifische oder hypertonieassoziierte Veränderungen.



