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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Tomografische und funktionelle Ergebnisse des individualisierten Cross-Linkings im Vergleich zum A-CXL bei Keratokonus

Robert Herber - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Anna Pretzsch - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Ben Janek Wiebeler - Augentagesklinik Spreebogen Berlin, Berlin
David Tetz - Augentagesklinik Spreebogen Berlin, Berlin
Frederik Raiskup - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Ramin Khoramnia - Univ.-Augenklinik Dresden, Dresden
Isaak Fischinger - Augentagesklinik Spreebogen Berlin, Berlin

Text

Zielsetzung: Untersuchung der Effektivität des individualisierten kornealen Cross-Linkings (cCXL) im Vergleich zum beschleunigten Cross-Linking (A-CXL) bei progressivem Keratokonus anhand tomografischer und visueller Parameter.

Methode: Diese retrospektive, nicht randomisierte multizentrische Studie wurde an der Universitätsaugenklinik Dresden und der Augentagesklinik Spreebogen Berlin durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit progressivem Keratokonus, die mittels cCXL behandelt wurden. Die Bestrahlung erfolgte zentriert auf die maximale posteriore Elevation mit zwei Durchmessern: 5,4 J/cm² im äußeren und 10,2 J/cm² im inneren Bereich. Lokalisation und Größe der Bestrahlungszone wurden individuell anhand der Hornhauttopografie bestimmt. Die Epithelentfernung erfolgte mittels transepithelialer phototherapeutischer Keratektomie (Dresden) bzw. mechanisch (Berlin). Als Vergleichsgruppe dienten mit A-CXL (9 × 10) behandelte Patienten, die mittels Propensity-Score-Matching nach Alter, Geschlecht und Kmax der cCXL-Gruppe zugeordnet wurden. Tomografische Parameter wurden präoperativ sowie 1, 6 und 12 Monate postoperativ erhoben. Die Analyse erfolgte mit generalisierten gemischten Modellen; p < 0,05 galt als signifikant.

Ergebnis: Nach Matching wurden jeweils 32 Augen pro Gruppe ausgewertet. Präoperativ bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter, Kmax, dünnster Hornhautdicke und bestkorrigiertem Visus (alle p > 0,05). In der cCXL-Gruppe zeigte sich eine signifikante Reduktion des Kmax nach 12 Monaten um -1,87 dpt (95%-KI: -2,56 bis -1,20; p < 0,001). In der A-CXL-Gruppe betrug die Abnahme -0,96 dpt (95%-KI: -1,65 bis -0,26; p = 0,037) und war signifikant geringer als unter cCXL (p < 0,001). Dünnste Hornhautdicke und maximale posteriore Elevation veränderten sich nach 12 Monaten nicht signifikant (alle p > 0,05). Der bestkorrigierte Visus verbesserte sich nach cCXL signifikant (p = 0,003), nicht jedoch nach A-CXL (p = 0,139). Eine erneute Progression wurde innerhalb von 12 Monaten in beiden Gruppen nicht beobachtet.

Schlussfolgerung: Das individualisierte CXL bewirkt im Vergleich zum beschleunigten CXL eine stärkere Abflachung der Hornhautkrümmung und eine signifikante Visusverbesserung. Trotz kleinerer Bestrahlungsfläche stellt es ein effektives und sicheres Verfahren zur Behandlung des progressiven Keratokonus dar.