38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Intraoperative und postoperative Komplikationen von SMILE Pro (VisuMax 800): Frühe und späte Ergebnisse
Text
Zielsetzung: Darstellung der intraoperativen Sicherheit und der postoperativen Komplikationen nach Small Incision Lenticule Extraction mit der 2-MHz-Femtosekundenplattform (SMILE Pro; VisuMax 800) im Routineeinsatz mit der ersten weltweiten kommerziellen Anwendung.
Methode: Retrospektive konsekutive Fallserie in einem einzelnen Zentrum. Es wurden alle geplanten SMILE-Pro-Prozeduren analysiert (916 Augen von 482 Patienten). Die untersuchten Endpunkte umfassten die Durchführungsrate, intraoperative Ereignisse, postoperative Komplikationen stratifiziert nach <3 und >3 Monaten sowie die Rate an Nachbehandlungen.
Ergebnis: Das durchschnittliche Alter betrug 32,9 ± 6,9 Jahre. Die mittlere präoperative Refraktion lag bei -3,60 ± 1,90/-0,87 ± 0,76 dpt (Sphäre/Zylinder) mit einer bestkorrigierten Sehschärfe von -0,08 ± 0,07 logMAR. Die Prozeduren wurden in 911/916 Augen (99,45%) abgeschlossen. Saugverlust trat in 6 Augen (0,66%) auf; eines wurde nach erneutem Andocken komplettiert, vier wurden konvertiert (zwei ICL, zwei Femtosekunden-LASIK), und ein Auge erhielt keinen zweiten Eingriff. Es traten keine fehlgeschlagenen Lentikelpräparationen auf. Nachbehandlungen wurden in 14 Augen (1,54%) durchgeführt: 11 Re-LASIK, zwei ICL und eine Kataraktoperation. Frühe postoperative Ereignisse (<3 Monate) waren vorwiegend oberflächliche punktförmige Keratitiden (3,51%) und mildes trockenes Auge (1,32%); nach mehr als 3 Monaten blieben Ereignisse selten (mildes trockenes Auge 1,65%, Photopsien/Halos/Glare 0,88%, ohne Einschränkung der Fahrtauglichkeit bei Nacht). Schwere oder die Sehfähigkeit bedrohende Komplikationen wurden nicht beobachtet.
Schlussfolgerung: SMILE Pro mit dem VisuMax 800 zeigte eine hohe Durchführungsrate, seltene intraoperative Störungen, eine niedrige Rate an Nachbehandlungen und seltene, überwiegend milde postoperative Ereignisse. Trockenes Auge oder Photopsien entsprachen der Normalbevölkerung und zeigten keine erhöhte Inzidenz. Diese Ergebnisse sprechen für ein günstiges Sicherheitsprofil im Routineeinsatz; ein längerfristiges Follow-up ist wünschenswert.



