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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nuremberg

Meeting Abstract

Diagnostisch-therapeutische Pars-Plana-Vitrektomie bei Endophthalmitis – Keimnachweisrate und Erregerspektrum der letzten zwei Jahrzehnte

Claudia Brockmann - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock
Nick Schäfer - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock
Friederike Schaub - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock
Marcus Walckling - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock
Tobias Brockmann - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock
Thomas A. Fuchsluger - Universitätsmedizin Rostock, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Rostock

Text

Zielsetzung: Die Endophthalmitis stellt nach wie vor eine Herausforderung in der ophthalmologischen Diagnostik und Behandlung dar. Diese Studie hatte zum Ziel die Nachweisrate an pathogenen Erregern im Rahmen der diagnostisch-therapeutischen Pars-Plana-Vitrektomie (PpV) und im Vergleich der letzten beiden Dekaden zu analysieren. Zudem wurden die Erregerspektren in Abhängigkeit der Ätiologie der Endophthalmitis untersucht.

Methode: Mittels retrospektiver Kohortenstudie wurden alle Endophthalmitiden, welche in der Zeit von 1999 bis 2021 an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Rostock behandelt wurden, analysiert. Der Schwerpunkt lag auf der Keimnachweisrate und dem Erregerspektrum.

Ergebnis: Von 366 gescreenten Fällen wurden 220 Endophthalmitiden in die Auswertung einbezogen. Das Durchschnittalter lag bei 69,7 ± 12,8 Jahren (20 – 95), 51,4% waren weiblich. 70% der Endophthalmitiden traten postoperativ, davon 48% nach Kataraktoperation und 40% nach IVOM. In 18% der Fälle lag eine endogene Endophthalmitis vor, in 10% eine posttraumatische und in 3% war die Ursache Sickerkissen-assoziiert. Über den Gesamtzeitraum erfolgte in 74,5% der Fälle eine Probenentnahme, davon in 89,0% mittels PpV. Während im Zeitraum von 1999 bis 2010 (85/220; 38,6%) in 63,5% eine Probenentnahme (54/85) erfolgte, wurde von 2011 bis 2021 in 81,5% Probenentnahme (110/135) durchgeführt. Im Gesamtzeitraum gelang in 63,4% ein Erregernachweis – in 57,4% von 1999–2010 und in 66,4% von 2011–2021. Das Erregerspektrum zeigte über die Gesamtkohorte: 47% koagulase neg. Staph.; 14% Staph. aureus; 13% Streptokokken; 8% Candida; 7% Enterokokken; 5% Gram negative Stäbchen, 6% andere. Insgesamt zeigten 93,5% der nachgewiesenen bakteriellen Erreger ein positives Gramverhalten. Der Anteil der koagulase neg. Staph. war mit 62% bei den postoperativen Endophthalmitiden am höchstens. Die endogene Endophthalmitis wurde zu 28% durch Candida albicans verursacht, gefolgt von 16% koagulase negative Staph. Bei den posttraumatischen Endophthalmitiden lagen zu jeweils 33% koagulase neg. Staph. und Staph. aureus vor, während bei den Sickerkissen-assoziierten Fällen in 75% Streptokokken nachgewiesen wurden.

Schlussfolgerung: Das Erregerspektrum unserer Kohorte zeigte je nach Ätiologie der Endophthalmitis deutliche Unterschiede. Zwischen den Jahren 1999–2010 und 2011–2021 wurden 18,0% mehr Proben zum Erregernachweis gewonnen und 9,0% mehr Erreger nachgewiesen. Insgesamt ist ein Zuwachs von 16,4% im Erregernachweis der klinischen Diagnosen zu verzeichnen, welcher relevant für die Behandlungsschemata ist.