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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Telemedizinische Einsätze im Offshore-Setting – Analyse von Einsatzindikation, Versorgungsstruktur und Anforderungen an den Telenotarzt

Denis Gümbel - Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland
Antonia von Helden - Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland
Georg Osterhoff - Unfallkrankenhaus Berlin, Berlin, Deutschland; Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die telemedizinische Unterstützung gewinnt insbesondere im Offshore- und maritimen Umfeld zunehmend an Bedeutung. Aufgrund limitierter medizinischer Ressourcen vor Ort kommt dem Telenotarzt eine zentrale Rolle in der Entscheidungsfindung, Therapieeinleitung und der Indikation zur Evakuierung zu. Ziel dieser Studie ist die Analyse telemedizinischer Einsätze der vergangenen Jahre, um Einsatzhäufigkeit, Indikationsspektrum sowie strukturelle Anforderungen an die telemedizinische Versorgung zu erfassen und perspektivisch die notwendigen Kompetenzen für den Telenotarzt im Offshore-Bereich abzuleiten.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive monozentrische Auswertung aller telemedizinisch betreuten Einsätze im Zeitraum bis April 2024 durchgeführt. Analysiert wurden demografische Daten, Einsatzindikationen, Häufigkeit der Einsätze, das Vorliegen eines Arbeitsunfalls sowie die Notwendigkeit eines medizinischen Ausflugs („Ausfliegen“). Die Auswertung erfolgte deskriptiv.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 438 Telemedizineinsätze ausgewertet. Die Einsätze umfassten ein breites diagnostisches Spektrum mit überwiegend internistischen, traumatologischen und orthopädisch-unfallchirurgischen Fragestellungen. Ein relevanter Anteil der Einsätze stand im Zusammenhang mit arbeitsbedingten Verletzungen oder Erkrankungen. In 128 Fällen (29,2%) war ein Ausfliegen des Patienten erforderlich. In der Mehrzahl der Fälle konnte durch telemedizinische Beratung eine initiale Versorgung vor Ort erfolgen und eine unmittelbare Evakuierung vermieden oder zielgerichtet vorbereitet werden.

Diskussion und Schlussfolgerung: Telemedizinische Einsätze stellen im Offshore-Bereich ein essenzielles Instrument zur medizinischen Versorgung dar. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Relevanz der telemedizinischen Entscheidungsunterstützung, insbesondere bei unfallchirurgischen und arbeitsmedizinischen Fragestellungen. Für die Tätigkeit als Telenotarzt sind neben notfallmedizinischer Expertise insbesondere unfallchirurgische Grundkenntnisse, Erfahrung in der Entscheidungsfindung unter limitierten Ressourcen sowie kommunikative Kompetenz erforderlich. Die vorliegenden Daten liefern eine wichtige Grundlage zur strukturierten Weiterentwicklung telemedizinischer Versorgungskonzepte im Offshore-Bereich.