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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Quantitative diffusionsgewichtete Magnetresonanztomographie zur Differenzierung von Weichteiltumoren

Philipp Günther - Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Felix Schön - Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Anne Weidlich - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Klaus-Dieter Schaser - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Johanna Kirchberg - Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Marie-Luise Kromrey - Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Ralf-Thorsten Hoffmann - Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Jens-Peter Kühn - Institut und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland
Hagen Fritzsche - UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die kontrastmittelgestützte MRT ist die zentrale Bildgebung bei Weichteiltumoren. Quantitative IVIM-Parameter der diffusionsgewichteten MRT könnten die präbioptische Differenzierung benigner und maligner Tumoren verbessern. Ziel der prospektiven Studie ist die Evaluation dieser Parameter.

Material und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven, laufenden Studie werden seit Oktober 2022 Patient:innen mit dignitätsunklaren Weichteiltumoren und Indikation zur histopathologischen Sicherung eingeschlossen. Vor histologischer Sicherung erfolgt eine MRT Untersuchung an einem 3.0T MRT Scanner (Magnetom Prisma, Siemens Healthineers, Erlangen, Deutschland), einschließlich einer quantitativen diffusionsgewichteten Bildgebung (Intravoxel Incoherent Motion [IVIM]; sechs b-Werte zwischen 0 und 800 s/mm²). Im Anschluss erfolgt ein Postprocessing und es werden folgende Parameter extrahiert: Diffusionskoeffizienten (IVIM D in × 10⁻³ mm²/s), Pseudodiffusionskoeffizienten (IVIM D*, × 10⁻³ mm²/s) und die Perfusionsfraktion (IVIM f in %). In Abhängigkeit der Lokalisation der Biopsieregion wurden Region-of-Interest-(ROI-) Messungen in den MRT Daten durchgeführt. Die resultierenden Mittelwerte der quantitativen Verfahren wurden mittels Mann-Whitney-U-Tests verglichen. Zur Vorhersage maligner Tumore wurden logistische Regressionsmodelle berechnet.

Ergebnisse: Bisher wurden 82 Patienten in die laufende Studie (44 männl./38 weibl.; mittleres Alter 57,9 +/- 15,5 Jahre) eingeschlossen, darunter 26 mit malignen (davon 14 Liposarkome) und 56 mit benignen Tumoren (davon 38 Lipome). Im Vergleich zu gutartigen Tumoren wiesen Malignome signifikant höhere Werte für den Diffusionskoeffizienten IVIM D (1247,8 +/- 715,9 vs. 689,8 +/- 798,9 × 10-3 mm2/s; p=0,001) und niedrigere Werte für den Pseudodiffusionskoeffizienten IVIM D* (24,1 +/- 45,2 vs. 97,3 +/- 151,4 × 10-3 mm2/s; p=0,002) auf. Es wurden keine signifikanten Unterschiede für die Perfusionsfraktion IVIM f beobachtet (p>0,05). In univariaten logistischen Regressionsanalysen zeigte sich IVIM D als signifikanter Prädiktor für Malignität (p=0,006; OR=1,001; 95%KI 1,000 – 1,001). Die AUC von IVIM D beträgt 72,6% mit einem Cut-off für maligne und benigne Tumoren von 265,0 × 10-3 mm2/s (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]; Sensitivität 91,3%; Spezifität 57,1%).In einer Subgruppenanalyse von Lipomen und Liposarkomen wurden IVIM D (p=0,001) und IVIM D* (p=0,015) als signifikante Parameter bestätigt.

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Quantitative IVIM-Parameter stellen vielversprechende Bildgebungs-Biomarker dar; insbesondere der Diffusionskoeffizient D zeigt Potenzial zur nichtinvasiven Differenzierung benigner und maligner Weichteiltumoren und ergänzt etablierte morphologische Bildgebungskriterien.