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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Multimorbidität und Qualität der Versorgung bei Osteoporose – Ergebnisse aus dem Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose in Nordrhein-Westfalen

Michaela Assheuer - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Köln, Deutschland
Sabine Groos - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Köln, Deutschland
Jens Kretschmann - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Köln, Deutschland
Arne Weber - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Köln, Deutschland
Bernd Hagen - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Köln, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Seit 2024 können Patientinnen und Patienten mit medikamentös behandlungsbedürftiger Osteoporose in den KV-Regionen Nordrhein und Westfalen-Lippe in das DMP Osteoporose eingeschrieben werden. Das Ausmaß an Multimorbidität stellt eine besondere Herausforderung in der Versorgung dieser Patientengruppe dar und kann sich auf das Erreichen der vertraglich festgelegten Qualitätsziele auswirken.

Material und Methoden: Datengrundlage der nachfolgenden Analysen sind die DMP-Dokumentationen des Jahres 2024 aus den beiden Regionen Nordrhein und Westfalen-Lippe. Von den in der DMP-Anforderungen-Richtlinie festgelegten Qualitätszielen lassen sich bislang fünf operationalisieren und auswerten. Multimorbidität wird definiert als das Vorliegen von mindestens drei im DMP dokumentierbaren Begleiterkrankungen (Fettstoffwechselstörung, Hypertonie, Herzinsuffizienz, AVK, KHK, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, COPD). Unterschiede in der Zielerreichung nach Multimorbidität werden mittels Chi²-Test analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt werden 2024 in NRW 19.135 Patient*innen im DMP Osteoporose betreut. Das mittlere Alter liegt bei 75,0 ± 9,4 Jahren, 92,1% sind weiblich, 10.639 (55,6%) haben mindestens eine Begleiterkrankung und bei 4.930 (25,8%) Prozent liegt eine Multimorbidität vor (mittleres Alter: 77,4 ± 8,9 Jahre, 88,3% weiblich). 43,1% der multimorbiden DMP-Patient*innen werden fachärztlich betreut. Patient*innen mit drei oder mehr Begleiterkrankungen erreichen meist leicht geringere Qualitätszielquoten als Patient*innen mit weniger als drei (Tabelle 1 [Tab. 1]). Jeweils signifikant seltener werden Frakturen vermieden, eine osteoporosespezifische medikamentöse Therapie verordnet und diese wird deutlich seltener mindestens drei Jahre fortgeführt. Tendenziell erfolgt auch seltener ein körperliches Training, während eine Sturzprophylaxe unabhängig vom Ausmaß der Multimorbidität empfohlen wird.

Tabelle 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass Multimorbidität bei vielen Patientinnen und Patienten im DMP Osteoporose vorliegt und das Erreichen einiger Qualitätsziele negativ beeinflusst. Insbesondere eine osteoporosespezifische medikamentöse Therapie erhalten multimorbide Patientinnen und Patienten seltener, was möglicherweise auf verordnungsbezogene Interaktionen bei weiteren vorliegenden Indikationen zurückzuführen ist. Daher ist es essenziell, die besonderen Bedürfnisse multimorbider Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen und die Versorgung dieses komplexen Patientenklientels zu optimieren.