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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Ergebnisse der dreizeitigen Revision bei fungaler periprothetischer Gelenkinfektion der Hüfte: Eine retrospektive Kohortenstudie

Pia Reinecke - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Jobst Leopold Hansberg - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Olga Pidgaiska - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Stavros Goumenos - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Ulrich Stöckle - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Carsten Perka - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland
Sebastian Meller - Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie, Charité Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die fungale periprothetische Gelenkinfektion (fPJI) der Hüfte stellt eine seltene, jedoch schwerwiegende Komplikation der Endoprothetik dar und ist gekennzeichnet durch diagnostische Herausforderungen, begrenzte therapeutische Leitlinien sowie ein hohes Risiko für Reinfektionen. Im Gegensatz zu bakteriellen PJIs existiert bislang nur eine geringe Evidenzbasis für chirurgische und antimykotische Behandlungsstrategien. Ziel dieser Studie war die Evaluation der klinischen Ergebnisse nach dreizeitigem Revisionsverfahren der Hüfttotalendoprothese (rTHA) bei fungaler PJI.

Material und Methoden: In die Studie wurden 29 Patientinnen und Patienten mit mikrobiologisch gesicherter fungaler Hüft-PJI eingeschlossen, die zwischen 2019 und 2024 mittels eines dreizeitigen Revisionskonzepts behandelt wurden. Alle Patientinnen und Patienten erhielten eine gezielte lokale und systemische antimykotische Therapie und durchliefen eine Explantation mit anschließendem Spacerwechsel sowie eine verzögerte Reimplantation nach verlängertem Intervall. Primäre Endpunkte waren die Infekteradikation und die Gesamtmortalität. Sekundäre Endpunkte umfassten Reinfektionen (fungal und bakteriell), die Reoperationsrate sowie patientenberichtete Ergebnismaße (Oxford Hip Score und EQ-5D) nach 12 und 24 Monaten.

Ergebnisse: Das mittlere Alter betrug 69,4 ± 10,3 Jahre. Die häufigsten Erreger waren Candida albicans (55,2%) und Candida parapsilosis (24,1%). Die durchschnittliche Anzahl der operativen Eingriffe pro Patientin bzw. Patient lag bei 2,9 (Spanne: 2–5). Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 34,6 Monaten wurde bei 72,4% der Fälle eine Infekteradikation erreicht. In 27,6% trat eine Reinfektion auf, darunter mehrere Fälle bakterieller Superinfektionen. Die patientenberichteten Ergebnismaße nach 24 Monaten waren im Vergleich zu einer gematchten Kohorte mit bakterieller PJI signifikant schlechter (p < 0,01). Unabhängige Prädiktoren für eine Reinfektion waren ein Charlson-Komorbiditätsindex ≥ 5 (p = 0,02) sowie ein vorausgegangenes DAIR-Verfahren (p = 0,04).

Diskussion und Schlussfolgerung: Die dreizeitige Revision bei fungaler Hüft-PJI zeigt lediglich einen moderaten Therapieerfolg bei gleichzeitig hoher Reinfektionsrate und eingeschränkten funktionellen Ergebnissen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erregeridentifikation, eines konsequenten chirurgischen Vorgehens sowie einer prolongierten antimykotischen Therapie. Prospektive multizentrische Studien sind erforderlich, um Behandlungsprotokolle für diese komplexe Erkrankung weiter zu optimieren.