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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Opportunistisches Osteoporose-Screening anhand von Hounsfield Units im Wirbelsäulen-CT und Korrelation mit dem Frakturrisiko gemäß DVO-Leitlinie

Luisa Stegmeier - BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinik an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Fenna Brunken - BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinik an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Philipp Raisch - BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinik an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Paul Grützner - BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinik an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland
Sven Vetter - BG Klinik Ludwigshafen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Klinik an der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Osteoporose führt zu einem erhöhten Frakturrisiko, wobei die Wirbelsäule eine der häufigsten Lokalisationen darstellt. Vorherige Studien zeigten eine Korrelation zwischen den Hounsfield Units (HU) der Lendenwirbelsäule (LWS) und dem T-Score. Gemäß aktueller DVO-Leitlinie wird Therapieindikation anhand des 3-Jahres-Risikos für Schenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen gestellt. In dieser Studie soll der Zusammenhang zwischen HU der Wirbelkörper und dem Frakturrisiko gemäß DVO-Leitlinie untersucht und ein HU-Cut-off für ein opportunistisches Osteoporose-Screening im Wirbelsäulen-CT bestimmt werden.

Material und Methoden: In dieser monozentrischen retrospektiven Analyse wurden Patient*innen ≥50 Jahre mit Wirbelkörperfrakturen von 2021-2022 eingeschlossen. Das 3-Jahres-Frakturrisiko wurde mit einem Fragebogen gemäß DVO-Leitlinie bestimmt und in vier Risikogruppen eingeteilt (<3%, 3–<5%, 5–<10%, ≥10%). HU-Werte wurden in vorhandenen CT-Datensätzen an allen intakten Wirbelkörpern in jeweils drei axialen Schichten gemessen und der Mittelwert pro Region bestimmt. Der Zusammenhang zwischen HU und Frakturrisiko wurde mittels Spearman-Korrelation und ordinaler logistischer Regression untersucht. Der Cut-off zur Unterscheidung eines Frakturrisikos <5% bzw. ≥5% (Indikationsschwelle zur spezifischen Therapie) wurde mittels ROC-Analyse bestimmt.

Ergebnisse: Es wurden 70 Patient*innen eingeschlossen (w: 28, m: 42; Alter: 70,90±12 Jahre). Es lagen 17 HWS-, 29 BWS- und 30 LWS-Frakturen vor. Das berechnete 3-Jahres-Frakturrisiko betrug <3% in 26, 3–<5% in 12, 5–<10% in 10 und ≥10% in 22 Fällen. Die HU-Werte der Wirbelsäulenregionen unterschieden sich signifikant (HWS: 255,6 ±88,3 HU; BWS: 155,8 ±53,0 HU; LWS: 122,5 ±49,9 HU; p < 0,0001). Zwischen HU und Alter bestand eine ausgeprägte negative Korrelation an der HWS (ρ = –0,72) und LWS (ρ = –0,66) und eine moderate negative Korrelation an der BWS (ρ = –0,35) (p<0,0001). An der LWS zeigte sich ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen HU und Frakturrisiko (ρ = –0,66, p<0,0001). Die ROC-Analyse ergab eine AUC von 0,86 und einen Cut-off von 106,8HU (Tabelle 1 [Tab. 1]). Für die BWS zeigte sich ebenfalls ein signifikanter, jedoch schwächerer Zusammenhang zwischen HU und Frakturrisiko (ρ = −0,30; p = 0,018). An der HWS bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen HU und Frakturrisiko.

Tabelle 1: ROC-Analyse zur Unterscheidung eines Frakturrisikos <5% vs. =5%

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die HU-Werte der BWS und LWS mit dem Frakturrisiko gemäß DVO-Leitlinie korrelieren. HU-Messungen im CT könnten ein opportunistisches Osteoporose-Screening ermöglichen und somit zur Verbesserung der Osteoporose-Diagnostik beitragen. Da sich die vorliegende Studie auf ein Kollektiv mit Wirbelkörperfrakturen beschränkt, sind weitere Studien erforderlich, um die Generalisierbarkeit der Ergebnisse zu prüfen.