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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Erste Erfahrungen mit einer Parallelbohrbuchse zur sicheren Platzierung von ISG-Schrauben oder ISG-Stäben

Alec Voordeckers - Kantonsspital Baselland, Bruderholz, Schweiz
Adrian Stützle - Kantonsspital Baselland, Bruderholz, Schweiz
Christian Frank - Kantonsspital Baselland, Bruderholz, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Das sichere Platzieren von transiliosakralen Schrauben oder Stäben erfordert die sichere Identifikation des vorher bestimmten Insertionspunktes und Umsetzung der präoperativen Planung. Dabei gelingt das Aufsuchen des Schraubeneintrittspunkts häufig nur annäherungsweise und kann durch Weichteile und eingeschränkte Kontraste bei osteoporotischer Knochenqualität Probleme bereiten. Gerade enge Korridore erfordern aber die präzise Umsetzung der Planung. Um die Operationszeit für die meist vulnerablen Patienten nicht zu verlängern, wollten wir dieser Herausforderung mit einer eigens dafür entworfenen Parallelbohrbuchse begegnen.

Material und Methoden: Zunächst definierten wir unsere Vorstellung einer geeigneten Parallelbohrbuchse: die Anzahl der parallelen Bohroptionen, den Durchmesser der Buchse und die geeignete Länge unter Berücksichtigung der verschiedenen Weichteilmäntel. Im Austausch mit der Industrie haben wir über Zwischenschritte einen Prototyp entwickelt, den wir jetzt im klinischen Einsatz erproben konnten.

Ergebnisse: Die Parallelbohrbuchse hat 3 Bohrungen, so dass über die zentrale Bohrung nach Freihandplatzierung des Bohrdrahtes 2 Korrekturmöglichkeiten bestehen. Eine im Abstand von 2 mm und eine von 5 mm. Durch verschiedene Handgriffeinstellungen im Raum lassen sich aufgrund des flexiblen Bohrdrahtes nicht nur Korrekturen in parallelen Ebenen über 360° erzielen, sondern auch leicht davon abweichende. Dadurch kann man die Operationszeit der meist vulnerablen Patienten positiv beeinflussen. Trotzdem sind die Ausmasse der Parallelbohrbuchse so dimensioniert, dass in der Regel keine Schnitterweiterung erforderlich ist.

Diskussion und Schlussfolgerung: Man kann die Parallelbohrbuchse zu verschiedenen Zeitpunkten der Operation einsetzen: 1. Initiale Korrektur des Insertionspunktes; 2. Positionskorrektur des Bohrdrahtes in rein parallelen Ebenen; 3: durch leichte Angulation Korrektur aus den Ebenen heraus. Dies erfordert jedoch die Entfernung des zentralen Bohrdrahtes nach Anfangsplatzierung des 2. Drahtes um mögliche Drahtbrüche zu verhindern.