German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Tibialer Slope und Femorale Kondylenflexion: Gibt es eine Korrelation zu den Gruppen der Coronal Plane Alignment of the Knee (CPAK)-Klassifikation?
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Zielsetzung und Fragestellung: Das Coronare Alignement spielt bei der Entstehung und Progression einer Gonarthrose eine wichtige Rolle. Die Coronal Plane Alignement of the Knee (CPAK)-Klassifikation ermöglicht anhand des arythmetic Hip Knee Angle (aHKA) und der Joint line Obliquity (JLO) eine weitergehende Differenzierung des Gelenks. Die CPAK-Klassifikation beschränkt sich auf rein das coronale Alignement, sagittale Aspekte werden hierbei nicht berücksichtigt. Ziel dieser Arbeit war es, einen möglichen Zusammenhang zwischen der CPAK-Klassifikation und dem posterioren tibialen Slopes (PTS) sowie der Femurkondylenflexion (FF/FE) zu untersuchen.
Material und Methoden: Für die retrospektive Untersuchung wurden 450 Patienten identifiziert, die eine KTEP erhielten und von denen eine präoperative MRT des Kniegelenks vorlag. Ausgeschlossen wurden Patienten mit kniegelenksnahen Umstellungsosteotomien oder Frakturen sowie ein Abstand von mehr als 24 Monaten zwischen MRT und OP. Die Einteilung in die CPAK-Gruppen erfolgte durch die durchgeführte KTEP-Planung mittels Ganzbeinstandaufnahme. Der mediale und laterale PTS und die mediale und laterale FF/FE wurden in sagittalen MRT-Schichten gemessen. Untersucht wurde, ob in den verschiedenen CPAK-Gruppen, gesamt sowie geschlechtsspezifisch, Unterschiede der erhobenen Parameter auftraten. Die Auswertung erfolgte durch nicht-parametrische Testverfahren, als Signifikanzniveau wurde p<0,05 festgelegt.
Ergebnisse: Die häufigsten CPAK-Gruppen waren CPAK 2 (146, Männer 63: Frauen 83), CPAK 1 (87, 52:35) CPAK 3 (75, 26:49) CPAK 6 (50, 12:38) CPAK 5 (48, 18:30) CPAK 4 (36, 23:13). Die Gruppen 6-9 wurden bei geringer Fallzahl (8/450) ausgeschlossen. Der medPTS Frauen vs. Männer lag bei 6° vs. 2,5° (p < 0,001), latPTS 7° vs. 6° (p < 0,001). In der Gesamt-Kohorte zeigten die valgischen CPAK-Gruppen 3 und 6 gegenüber CPAK 1 und 4 tendenziell höhere medPTS Werte (p=0,017, Z=-2,384; p=0,017, Z=-2,384). Für den latPTS zeigten sich keine Unterschiede.Insgesamt valgische Beinachsen der Gesamtkohorte wiesen gegenüber den varischen Beinachsen signifikant höhere medPTS und latPTS (p=0,004; p=0,005) auf. Nach Geschlechtern getrennt zeigten sich weder in den CPAK-Gruppen noch in den Beinachsen signifikante Unterschiede für PTS. Die Messungen an der FF/FE ergaben in allen Untersuchungen keine Unterschiede.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie zeigte bei CPAK-Gruppe 3 und 6 tendenziell höhere medPTS-Werte als bei der CPAK-Gruppe 1 und 4. Passend dazu ergaben valgische Beinachsen signifikant höhere PTS-Werte als varische Beinachsen. Innerhalb der einzelnen Geschlechtergruppen waren keine Unterschiede zu verzeichnen. Zusammenfassend ist beim weiblichen Geschlecht sowie bei valgischen Beinachsen ein höherer tibialer Slope zu erwarten.



