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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Komplexe offene Ellenbogengelenksfrakturen im Kindesalter – eine interdisziplinäre Herausforderung

Veronika Weichert - Uniklinikum Essen, BG Klinikum Duisburg, Duisburg, Deutschland; Uniklinikum Essen, Essen, Deutschland
Christian Illian - BG Klinikum Duisburg, Duisburg, Deutschland
Eva Steinhausen - Uniklinikum Essen, BG Klinikum Duisburg, Duisburg, Deutschland; Uniklinikum Essen, Essen, Deutschland
Marcel Dudda - Uniklinikum Essen, BG Klinikum Duisburg, Duisburg, Deutschland; Uniklinikum Essen, Essen, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Komplexe offene Verletzungen des Ellenbogengelenkes im Kindesalter sind selten und bedürfen häufig einer interdisziplinären exzellenten Versorgungsstrategie, um Folgeschäden zu reduzieren.

Material und Methoden: Wir berichten über zwei Fälle: privater Unfall und Schulunfall mit offener Verletzung des betroffenen Ellenbogengelenkes mit ausgeprägtem Weichteilschaden und einer komplexen operativen Versorgung die eine langfristige Nachbehandlung nach sich zogen.

Ergebnisse: Fall1: 8 Jahre altes Mädchen nach Pferdesturz mit 3° offener, suprakondylärer Humerusfraktur mit Ruptur der A.brachialis und N. medianus Affektion mit begleitender dist. Radiusfraktur links. Sofortige operative Versorgung mittels offener Reposition, K-Draht-Osteosynthese dist. Humerus, Arteriennaht mit Veneninterponat bei 3 cm Defektstrecke, Nervenrekonstruktion, Muskelnaht. Konservatives Therapieregime der dist. Radiusfraktur. Antibiotikatherapie, ASS. Nach 6 Wochen Entfernung der K-Drähte. Klinischer Befund mit Paresen der vom Nervus medianus versorgten Handmuskeln mit Sensibilitätsstörungen bei knöchern konsolidierter Situation. Intensive Physio- und Ergotherapeutische Beübung.Nach 5 Monaten Bewegungsausmaß des Ellenbogens 0-10-130°. Supination und Pronation frei. Nach 12 Monaten stabiler Befund, keine medizinischen oder rehabilitativen Maßnahmen mehr erforderlich.

Fall2: 13 Jahre alter Junge nach Quetschtrauma mit subtotaler Amputation und komplexer Ellenbogenluxationsfraktur, Trümmerfrakturen proximale Ulna, distaler Humerus und Zerreißung Membrana interossea. Durchtrennung der A. brachialis und der A. ulnaris. Sensomotorische inkomplette Teilläsion des N. ulnaris und hochgradige Teilläsion des N. radialis mit konsekutiver Fallhand. Initial Gefäß- und Nervenrekonstruktion und Anlage Fix. Ext. Im weiteren Verlauf entwickelte sich chronische Osteomyelitis mit Nekrose des Capitulum, partiell der Trochlea humeri und des Radiuskopfes, die im Weiteren reseziert wurden. Aufgrund des ausgeprägten Weichteildefektes im Bereich des linken Ellbogens war eine freie lappenplastische Deckung mittels M. latissimus dorsi. Außerdem langstreckige Freilegung und Dekompression des N. ulnaris. Zudem wurde noch eine Osteotomie des distalen Humerus und unter anderem auch eine Plattenosteosynthese ulnarseitig am distalen Humerus vorgenommen. Nach stationärer Reha fortbestehende Fallhand sowie zusätzlich eine N. ulnaris Schädigung an der Hand.Des Weiteren Bewegungseinschränkung des Ellenbogens von 0-10-90°.

Diskussion und Schlussfolgerung: Schwere offene Verletzungen des Ellenbogengelenkes im Kindesalter sind selten und betrachtet man beide Fälle, sind diese mit nahezu folgenfreier Ausheilung bis hin zu nachhaltigen Folgeschäden verbunden. Eine interdiziplinäre Zusammenarbeit aus Unfall-, Gefäß- und plastischer Chirurgie in einem geeigneten Zentrum ist notwendig, um eine adäquate Initialversorgung sicherzustellen. Eine intensive Physiotherapie und auch Rehabilitationsmaßnahmen und Ergotherapie sind essenziell, um ein möglichst gutes funktionelles Langzeitergebnis zu erreichen.