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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Klinische Frailty Skala und Handkraftstärke als Prognosefaktoren nach Hüftfraktur beim geriatrischen Patienten

Marie-Christin Hasse - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Laurin Seidel - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Marietta Planitz - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Charlotte Heuberger - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Maximilian Häberle - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Emma Hoffmann - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Amelie Sinz - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Li Wan - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Christina Schwenk - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Nadja Muehlhaupt - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Peter Biberthaler - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland
Marc Hanschen - TUM Klinikum rechts der Isar, Experimentelle Unfallchirurgie, München, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Alterung der Gesellschaft stellt uns vor zunehmende Herausforderungen im Gesundheitswesen. Gebrechlichkeit gilt dabei als wichtiger Prädiktor für das Outcome bei älteren Patienten. Die Klinische Frailty Scala (CFS) ist ein weit verbreitetes Instrument zur Beurteilung der Gebrechlichkeit, während die Handkraftstärke ein objektives Maß für die körperliche Leistungsfähigkeit und Muskelfunktion darstellt. Beide Parameter wurden mit postoperativen Komplikationen und schlechten Ergebnissen in Verbindung gebracht. Allerdings liegen nur begrenzte Daten über die kombinierten Auswirkungen bei geriatrischen Hüftfrakturpatienten vor. Daher war es das Ziel dieser Studie, den Zusammenhang zwischen der CFS bewerteten Gebrechlichkeit, der dynamischen Handkraftstärke und postoperativen Komplikationen bei dieser Patientengruppe zu untersuchen.

Material und Methoden: In dieser prospektiven Studie wurden 97 Patienten mit Hüftfraktur im Alter von 55 bis 100 Jahren sieben Tage nach operativer Versorgung überwacht. Dabei erfolgte eine tägliche dynamometrische Handkraftmessung. Die prätraumatische Gebrechlichkeit wurde einmalig anhand der CFS erhoben. Komplikationen, wie eine Verlegung auf die Intensivstation (ITS), die Notwendigkeit von Erythrozytenkonzentraten (EK) oder Delir wurden durchgehend erfasst. Letzteres wurde täglich anhand der Confusion Assessment Method (CAM) und der Nursing Delirium Screening Scale (NU-DESC) bewertet. Darüber hinaus erfolgte eine immunologische Phänotypisierung mittels konsekutiver Blutroben.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse zeigten, dass Patienten mit Komplikationen im Vergleich zu Patienten ohne Komplikationen höhere CFS-Werte (p=0,0022) und niedrigere präoperative (p=0,015) sowie longitudinale dynamische Handkraftstärken (p=0,002) aufwiesen. Insgesamt verzeichneten wir 63 (65%) Patienten mit postoperativen Komplikationen, wobei Delirium in 33 Fällen am häufigsten auftrat. Patienten mit Delirium wiesen präoperativ eine signifikant geringere Handkraftstärke auf (p=0,004) und zeigten im Laufe der Zeit keine signifikante Erholungdieser Leistungslücke (p=0,0001). Darüber hinaus konnten wir 12 ITS- und 9 EK-Fälle als die nächsthäufigsten Komplikationen identifizieren.

Diskussion und Schlussfolgerung: Wir konnten nachweisen, dass Gebrechlichkeit mit einem deutlich schlechteren postoperativen Outcome und einer schlechteren Prognose verbunden ist. CFS und Handkraftstärke stellen dabei einfach durchführbare und wertvolle prädiktive Marker für die Risikostratifizierung bei geriatrischen Patienten dar. Die häufigsten Komplikationen spiegeln die längere Operationsdauer bei gebrechlichen Patienten und die Komplexität ihrer Behandlung wider. Insgesamt bestätigen unsere Ergebnisse, dass diese sensible Patientengruppe eine maßgeschneiderte perioperative Behandlung mit zunehmender Delirprophylaxe erfordert. Um Optimierungsmöglichkeiten hierfür zu identifizieren, werden wir in einem nächsten Schritt unsere klinischen Ergebnisse um die immunologischen Phänotypisierung erweitern.