German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Komplikationsanalyse nach operativer Versorgung medialer Schenkelhalsfrakturen in Abhängigkeit von Lagerung und Zugangsweg innerhalb eines Level I Traumazentrums mit EPZmax
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Zielsetzung und Fragestellung: Angesichts eines demografische weiter zunehmend älteren Patientenkollektivs gewinnt die Minimierung perioperativer Komplikationen im Rahmen der medialen Schenkelhalsfraktur (S HF) an Bedeutung. Hinsichtlich der bei der Lagerung des Zugangs existiert bisher keine klare Evidenz hinsichtlich perioperativer Komplikationen in der Versorgung beim alten Patienten. Ziel dieser Arbeit war es, perioperative Komplikationen in den Rücken- und Seitenlagerung sowie verschiedener Zugänge (Bauer/Watson-Jones/anterolateral) bei Total (TEP)- sowie Duokopfprothesenimplantation (DKP) innerhalb eines gemischten Teams aus Traumatologen und Haupt Operateuren (EPZmax) darzustellen.
Material und Methoden: Im Rahmen einer retrospektiven Kohortenstudie wurden seit 2019 bis dato alle Patienteni mit SHF inkludiert, welche mittels DKP oder TEP versorgt wurden. Erfasst wurden u.a. postoperative Infektionen, Luxationen, etc. sowie die Anzahl transfundierter Erythrozytenkonzentrate (EKs), die Einnahme oraler Antikoagulanzien (OAK), Diabetes mellitus, BMI etc. Ferner erfolgte die Einteilung der Operateure in klassische Traumatologen (UCHI, n=615 Patienten) und Traumatologen mit Schwerpunkt im EPZmax (Hauptoperateure, n=315), wobei die Präferenz zwischen der Patientenlagerung innerhalb beider Gruppen gleichmäßig verteilt war. Neben deskriptiven Analysen erfolgten Gruppenvergleiche; ergänzend wurde eine multivariate logistische Regression durchgeführt.
Ergebnisse: Retrospektiv konnten seit 2019 bis dato n=930 Patienten im Durchschnittsalter 82 Jahren mit DKP sowie TEP eingeschlossen werden, wovon n=576 in Rücken- und n=354 Patienten in Seitlagerung operiert wurden unter Beteiligung von insgesamt n=20 Operateuren. Die Gesamtkomplikationsrate war in beiden Lagerungsgruppen vergleichbar (Rückenlage 4,7% ca. vs. Seitenlagerung 4,8% p > 0,05). Auch für spezifische Komplikationen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Rücken- und Seitenlagerung (Infektionen 3,0% vs. 2,5%; Luxationen 1,0% vs. 2,3%; Revisionsrate 4,2% vs. 4,5%). Die Multivariatanalyse ergab, dass weder Lagerung noch OAK, Diabetes, BMI oder ASA als unabhängige Prädiktoren für Komplikationen oder Mortalität identifiziert werden konnten.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Daten zeigen eine vergleichbare Komplikationsrate in Rücken- und Seitlagerung unter Anwendung verschiedener Zugangswege. Im Vergleich zu einem in der Vergangenheit publizierten Kollektiv unserer Abteilung (Schliemann et al. 2009) konnte darüber hinaus eine Reduktion der gesamten als auch operationsspezifischer Komplikationen festgestellt werden.



