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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Multidimensional schlechtere Outcomes nach Knie-TEP: Das metabolische Syndrom als unabhängiger Risikofaktor

Eva Goedecke - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Assil-Ramin Alimy - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Eva Joachim - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Frank Timo Beil - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Helios ENDO-Klinik, Hamburg, Deutschland
Christian Ries - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Tim Rolvien - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Angesichts der anhaltenden demografischen Veränderungen und Lebensstilveränderungen weisen Patienten, bei denen eine Knie-Totalendoprothese (total knee arthroplasty, TKA) geplant ist, zunehmend komplexe Komorbiditätsprofile auf. Insbesondere das metabolische Syndrom (MetS) als Kombination kardiovaskulärer und metabolischer Risikofaktoren (Adipositas, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2 und Dyslipidämie) wird im Zusammenhang mit einer TKA mit erhöhten perioperativen Risiken in Verbindung gebracht. Seine Auswirkungen auf postoperative Funktionsergebnisse, Lebensqualität, postoperative Schmerzen und psychische Gesundheit nach TKA sind jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Die vorliegende Arbeit hat daher das Ziel, anhand prospektiv erhobener Patient-reported Outcome Measures (PROMs) den potenziellen Einfluss des MetS und seiner einzelnen Komponenten auf das Outcome nach primärer TKA zu untersuchen.

Material und Methoden: Diese prospektive Kohortenstudie umfasste 313 Patienten mit primärer Kniearthrose (OA), bei denen eine einseitige TKA geplant war (MetS n = 67, kein MetS n = 246). PROMs wurden präoperativ (t0), einen Monat (t1) und ein Jahr postoperativ (t2) durch Fragebögen erfasst. Diese Fragebögen enthielten spezifische Dimensionen, darunter Kniefunktionalität (KOOS und KSS), Schmerzen in Ruhe (VAS), gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-12), Patientenzufriedenheit (ZUF-8) und psychische Belastung (PHQ-4). Die statistische Datenanalyse der PROMs über die Zeit erfolgte mittels Repeated-Measures-ANOVA.

Ergebnisse: Patienten mit MetS hatten nach einer TKA schlechtere funktionelle Ergebnisse, wobei Adipositas dabei als Haupteinflussfaktor unter den MetS Komponenten identifiziert wurde. Darüber hinaus litten Patienten mit MetS unter stärkeren postoperativen Schmerzen, zurückzuführen auf einen kumulativen Effekt der einzelnen MetS-Komponenten (Abbildung 1 [Abb. 1]). Diese Ergebnisse lagen in der Gesamtanalyse und den Nachuntersuchungen durchweg über dem Schwellenwert für die minimal klinisch relevante Differenz (MCID) (MetS vs. kein MetS VAS t2: MD = -0.9 [95% CI: -1.4 bis -0.3], p = 0.003, Cohen’s d = -0.451; MCID: -0.7). Außerdem litten Patienten mit MetS nach einer TKA unter einer höheren psychischen Belastung – insbesondere Angstsymptome nahmen über die Zeit zu (Depression t2: MetS: 18.2% vs. kein MetS: 9.5%, p = 0.048, OR = 2.1 [95% CI: 1.0 bis 4.5]; Anxiety t2: MetS: 21.2% vs. kein MetS: 6.6%, p < 0.001, OR = 3.8 [95% CI: 1.7 bis 8.3]).

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Patienten mit MetS nach TKA schlechtere postoperative Outcomes haben, insbesondere was die Schmerzintensität und die psychische Belastung betrifft. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden präoperativen Risikobewertung in Kombination mit individuellen Prähabilitationsstrategien, um die langfristige Genesung für diese zunehmende Patientengruppe zu verbessern.