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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Effektivität der stationären Multimodalen Schmerztherapie (MMST) im Hinblick auf die Mobilität chronischer Schmerzpatienten – eine 3D-Bewegungsanalyse

Javier-Fernando Noriega Urena - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef-Hospital, Bochum, Deutschland
Anna-Lena Hauser - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef-Hospital, Bochum, Deutschland
Heiko Wagner - Abteilung für Bewegungswissenschaft, Universität Münster, Münster, Deutschland; Predimo GmbH, Münster, Deutschland
Colja Homann - Abteilung für Bewegungswissenschaft, Universität Münster, Münster, Deutschland; Predimo GmbH, Münster, Deutschland
Tobias Lange - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef-Hospital, Bochum, Deutschland
Tobias Schulte - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef-Hospital, Bochum, Deutschland
Alexander Von Glinski - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef-Hospital, Bochum, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Wirksamkeit der stationären Multimodalen Schmerztherapie ist bereits gut belegt. Therapieerfolg und Aktivitätseinschränkungen werden bislang überwiegend mithilfe standardisierter Fragebögen erfasst. Ziel der vorliegenden Studie ist es zu untersuchen, ob sich der Nutzen der MMST zusätzlich objektiv mittels einer 3D-Bewegungsanalyse abbilden lässt.

Material und Methoden: In dieser prospektiven, monozentrischen Pilotstudie wurden die Bewegungsmuster von Patienten mit chronischem unterem Rückenschmerz vor und nach einer zweiwöchigen stationären MMST erfasst und im Sinne eines Vorher-Nachher-Vergleichs analysiert. Alle Teilnehmenden absolvierten sowohl vor als auch nach der MMST eine Sequenz standardisierter Bewegungen. Die Bewegungsdaten wurden mithilfe eines Messanzugs im Rahmen einer 3D-Bewegungsanalyse erhoben und in einem 3D-Muskel-Skelett-Computermodell visualisiert. Als primäre Zielgröße wurde die Geschwindigkeit der Bewegungsausführung definiert. Sekundäre Zielgrößen umfassten die Genauigkeit der Bewegungsausführung sowie eine Belastungsanalyse der großen Gelenke und der Wirbelsäule.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 39 Patienten in die Studie eingeschlossen (4 Männer, 35 Frauen), von denen 36 die Studie vollständig abschlossen. Das durchschnittliche Alter der männlichen Teilnehmenden betrug 68 Jahre, das der weiblichen 59 Jahre. Der stationäre Behandlungszeitraum umfasste bei allen Patienten 14 Tage. Nach Abschluss der stationären MMST zeigten sich bei alltagsrelevanten Bewegungen wie Aufstehen, Gehen und Hinsetzensignifikant schnellere Bewegungsausführungen. Darüber hinaus zeigte sich nach Abschluss der MMST eine signifikante Zunahme der Schrittlänge sowie eine signifikante Verbesserung der sagittalen Balance. Zusätzlich konnte im Verlauf der Intervention eine signifikant stabilere und kontrolliertere Ausbalancierung des Oberkörpers nachgewiesen werden.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser prospektiven Pilotstudie zeigen, dass die stationäre Multimodale Schmerztherapie (MMST) bei Patienten mit chronischem unterem Rückenschmerz zu einer objektiv messbaren Verbesserung der Mobilitätführt. Mittels 3D-Bewegungsanalyse konnten nach der MMSTsignifikant schnellere Bewegungsabläufe, einevergrößerte Schrittlänge, eine verbesserte sagittale Balance sowie veränderte Belastungsparameter der oberen Körpersegmente nachgewiesen werden. Damit erweist sich die 3D-Bewegungsanalyse als geeignetes Instrument zur objektiven Evaluation funktioneller Therapieeffekte der MMST.