German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Fünf-Jahres-Ergebnisse der hohen tibialen Osteotomie bei Genu varum in Kombination mit Knorpeltherapie – prospektive Kohortenstudie mit Kaplan-Meier-Analyse
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Zielsetzung und Fragestellung: Die hohe tibiale Osteotomie (HTO) stellt bei jüngeren Patient:innen mit medialer Gonarthrose und Varusfehlstellung eine etablierte gelenkerhaltende Therapie dar. Ziel dieser Studie war die Evaluation klinischer Ergebnisse, Komplikationen sowie der Überlebensrate ohne Konversion zur Knie-Totalendoprothese (TEP) im 5-Jahres-Verlauf.
Material und Methoden: 130 Patient:innen (75 Frauen, 55 Männer; Alter 42–53 Jahre) mit symptomatischem Genu varum wurden prospektiv eingeschlossen. Die mediale Open-Wedge-HTO erfolgte in 75 Fällen mit TomoFix®-Platte und in 55 Fällen mit Königssee-Platte. Alle Knie wurden arthroskopiert; eine Meniskusrefixation erfolgte in allen Fällen. 32 Patient:innen erhielten zusätzlich eine autologe Chondrozytentransplantation (ACT), 29 eine matrixassoziierte Knorpeltherapie (Chondro-Gide®).Primäre Endpunkte waren KOOS, VAS-Schmerz sowie Überleben ohne Knie-TEP. Statistische Analyse mittels gepaartem t-Test; Survival-Analyse nach Kaplan-Meier.
Ergebnisse: Der mittlere KOOS-Gesamtscore verbesserte sich signifikant von 58,3 ± 9,4 präoperativ auf 84,7 ± 8,1 nach 5 Jahren (p < 0,001).Der VAS-Schmerz reduzierte sich signifikant von7,1 ± 1,2 auf 2,1 ± 1,3 (p < 0,001). Patient:innen mit zusätzlicher ACT zeigten tendenziell höhere KOOS-Werte im Sport-/Freizeit-Subscore im Vergleich zur Matrixgruppe (p = 0,04). Innerhalb der 5-jährigen Nachbeobachtung war keine Konversion zur Knie-TEP erforderlich. Die Kaplan-Meier-Analyse ergab eine Überlebensrate von 100% nach 5 Jahren (Endpunkt: TEP-Implantation).Komplikationen: 4 Pseudarthrosen (3,1%) mit erfolgreicher Revision
- 3 Schraubenbrüche ohne relevanten Achsverlust
- Keine Infektionen
- Regelhafte Metallentfernung nach ca. 12 Monaten
Diskussion und Schlussfolgerung: Die hohe tibiale Osteotomie in Kombination mit arthroskopischer Begleit- und Knorpeltherapie zeigt im 5-Jahres-Verlauf signifikante funktionelle Verbesserungen bei exzellenter Überlebensrate. Bei 42–53-jährigen Patient:innen stellt die HTO eine valide und effektive Alternative zur unikompartimentellen Schlittenprothese dar. Basierend auf eigenen Erfahrungen sowie aktueller Literatur kann die HTO eine valide Alternative zur unikompartimentellen Schlittenprothese darstellen, insbesondere bei jüngeren aktiven Patientinnen und patienten mit medialer Gonarthrose und varus Fehlstellung und ermöglicht eine nachhaltige gelenkerhaltende Therapie mit hoher klinischer Stabili.



