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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Surgeon-Delivered Psoas Compartment Block reduziert den postoperativen Opioidverbrauch nach totaler Hüftarthroplastik

Philipp Rieth - Luzerner Kantonsspital, Luzern, Schweiz
Susann Crameri - Luzerner Kantonsspital, Luzern, Schweiz
Ralf Baumgärtner - Luzerner Kantonsspital, Luzern, Schweiz
Björn-Christian Link - Luzerner Kantonsspital, Luzern, Schweiz
Pascal C. Haefeli - Luzerner Kantonsspital, Luzern, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Vorangegangene Studien zeigen, dass ein durch Operateur:innen applizierter Psoas-Kompartiment-Block (surgeon-delivered psoas compartment block, SDPCB) postoperative Schmerzen nach totaler Hüftarthroplastik (THA) reduziert. Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob der SDPCB mit einem geringeren postoperativen Opioidverbrauch und einer höheren Rate opioidfreier Analgesie im Vergleich zur Standardanalgesie nach THA assoziiert ist.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie durchgeführt, die Patient:innen einschloss, die sich zwischen Januar und August 2025 einer primären THA bei Coxarthrose oder avaskulärer Femurkopfnekrose unterzogen. Nach etablierten Kriterien entspricht die Studie einem Evidenzgrad Level III. Alle Eingriffe wurden in einem einzelnen Krankenhaus von erfahrenen Operateur:innen über einen direkten anterioren Zugang (DAA) durchgeführt und folgten einheitlichen perioperativen Standards für Anästhesie, postoperative Versorgung, Physiotherapie und Analgesie. Die Patient:innen wurden in zwei Gruppen eingeteilt, je nachdem, ob sie einen SDPCB erhielten oder nicht (Kontrollgruppe). Der SDPCB wurde unmittelbar vor Wundverschluss unter direkter Sicht mit 100 mg Bupivacain (40–45 ml) appliziert. Das standardisierte Analgesieprotokoll umfasst nicht-opioide Analgetika als Basisanalgetika und Opioid-Medikamente für Durchbruchschmerzen. Die postoperative Schmerzintensität wurde mittels Numerischer Ratingskala (NRS) erfasst. Der postoperative Opioidverbrauch wurde vom Aufwachraum bis zur Entlassung dokumentiert und in intravenöse Morphinäquivalente umgerechnet. Gruppenvergleiche erfolgten mittels Mann–Whitney-U-Test für kontinuierliche Variablen und Chi-Quadrat-Test für kategoriale Variablen. Die statistische Auswertung erfolgte mit IBM SPSS Statistics

Ergebnisse: Insgesamt wurden 108 Patient:innen eingeschlossen (SDPCB n = 43; Kontrollgruppe n = 65). Patient:innen mit SDPCB wiesen zu allen untersuchten Zeitpunkten einen signifikant geringeren kumulativen Opioidverbrauch auf. Bis zum ersten postoperativen Tag betrug der mediane Opioidverbrauch 0,0 mg (IQR 7,5) gegenüber 10,0 mg (IQR 12,8) in der Kontrollgruppe (p < 0,001); dieser Unterschied bestand bis zur Entlassung fort (2,5 mg [IQR 7,5] vs. 11,0 mg [IQR 18,3], p < 0,001). Eine opioidfreie postoperative Behandlung wurde häufiger bei Patient:innen mit SDPCB beobachtet (48,8% vs. 21,5%, p = 0,003). Hinsichtlich der postoperativen Schmerzintensität zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Der durch Operateur:innen applizierte Psoas-Kompartiment-Block nach THA über den DAA ist mit einer signifikanten Reduktion des postoperativen Opioidverbrauchs bei unveränderter postoperativer Schmerzintensität assoziiert und stellt eine effektive opioidarme Behandlungsoption im Rahmen einer multimodalen Analgesiestrategie dar.