German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Biomechanische Studie zur Therapie von Coronoidfrakturen im Rahmen von Terrible-Triad-Verletzungen – Osteosynthese von anterolateral versus posterior
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Zur Versorgung von Coronoidfrakturen im Rahmen von Terrible-Triad-Verletzungen stehen verschiedene Osteosyntheseverfahren und Zugangswege zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt in der Regel abhängig von der Frakturmorphologie und den zu adressierenden ligamentären Verletzungen. Die osteosynthetische Versorgung kann mittels Plattensystemen, K-Drähten oder kanülierten Schrauben erfolgen. Bei entsprechender Frakturmorphologie kann es wünschenswert sein, die Coronoidfraktur über einen bestehenden Zugang von anterolateral zu versorgen. Ziel dieser biomechanischen Arbeit ist es, in einem Load-to-failure Versuch die Stabilität von zwei von anterolateral versus von posterior platzierten kanülierten Schrauben zu vergleichen.
Material und Methoden: Für die Studie standen zehn humane Fresh-frozen-Präparate zur Verfügung. Nach Entfernung der Weichteile wurden antero-lateral verlaufende Osteotomien mit definierten Längenverhältnissen in a.-p. und m.-l. Richtung durchgeführt um vergleichbare Frakturmorphologien entsprechend einer Typ II Fraktur nach Regan-Morrey zu erhalten. An allen Präparaten wurden Osteosynthesen mittels zweier kanülierter 3,0 mm Titanschrauben von posterior und anterolateral durchgeführt und nach Fixierung in einer entsprechenden Halterung mittels einer Zwick-Roell Lastprüfmaschine belastet. Load-to-failure wurde definiert als Dislokation um mehr als 2 Millimeter.
Ergebnisse: Bei der Durchführung der anterolateralen Osteosyntheserichtung zeigte sich bei allen Präparaten eine erhöhte Lastaufnahme bis zur Dislokation von mehr als 2 mm. Die durchschnittliche Lastaufnahme bei der anterolateralen Osteosyntheserichtung war 48,56% höher als bei der Osteosyntheserichtung von posterior.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die anterolaterale Osteosyntheserichtung ist der posterioren Osteosyntheserichtung in dieser Studie mittels gleichwertig und war in einigen Präparaten sogar überlegen. Sie stellt damit eine relevante Alternative zur Versorgung von Coronoidfrakturen dar. Limitation sind die kleine Kollektivgröße und die ausschließliche Betrachtung der knöchernen Strukturen.



