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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Detektion von Gefäßverletzungen bei Polytrauma mittels Wärmebildkamera – Ergebnisse aus einem standardisierten Großtierversuch

Christian Thomas Hübner - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
John Ricklin - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Alina Müller - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Felix Klingebiel - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Christian T. Stoeck - Center for Preclinical Development, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
Miriam Weisskopf - Center for Preclinical Development, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
Paolo Cinelli - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Hans-Christoph Pape - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Roman Pfeifer - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz
Yannik Kalbas - Klinik für Traumatologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Im Polytraumasetting stellt die Diagnostik von Gefäßverletzungen, insbesondere im hämorrhagischen Schock, eine Herausforderung dar. CT-Angiographie und Doppler-Sonographie haben sich in den letzten Jahren als verlässliche diagnostische Verfahren erwiesen, allerdings ist der Einsatz im Schockraum durch die Instabilität des Patienten oder lange Untersuchungsdauern limitiert. Wärmebildkameras können schnell und kontaktlos Oberflächentemperaturen, z.B. der Haut erfassen. In der vorliegenden Studie wurde hypothesiert, dass Gefäßverletzungen und Perfusionsdefizite durch thermographische Temperaturgradienten detektiert werden können.

Material und Methoden: Als Teil eines standardisierten Großtier-Polytraumamodell wurden 28 Schweine untersucht. Mittels Wärmebildkamera wurden die Hauttemperaturen an beiden Hinterläufen bestimmt und Temperaturdifferenzen zwischen links und rechts berechnet. In der statistischen Analyse wurden Temperaturgradienten mit dem Gefäßlumen im CT, sowie dem Iodine-Uptake im Spektral-CT korreliert.

Ergebnisse: Sechs Tiere hatten eine relevante Extremitätenischämie durch Gefäßstenose und perivasukläre Hämatome. Im Vergleich zu Tieren ohne Extremitätenischämie bestand eine deutliche Temperaturdifferenz zwischen beiden Extremitäten (6,93°C ± 1,78°C vs. 0,71°C ±1,27 °C; p<0,001). Die Temperaturgradienten korrelierten mit dem Ausmaß der Lumeneinengung. Als Cut-off wurde eine Temperaturdifferenz von 3°C bestimmt, was eine sehr gute Accuracy (AUC 0,992) zur Detektion von vaskulären Kompromittierungen ergab.

Diskussion und Schlussfolgerung: Akute Perfusionsstörung nach Trauma können mittels Wärmebildkamera zuverlässig durch eine Asymmetrie der Oberflächentemperatur erkannt werden. Die Korrelation mit morphologischen CT-Befunden spricht dafür, dass die Thermographie als schnelles Screeningverfahren zum Nachweis vaskulärer Kompromittierungen in der frühen Traumaversorgung eingesetzt werden könnte.