German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Therapiebegleitendes Monitoring der Osteoporose mittels Calcium-Isotopen-Biomarker: Ergebnisse einer longitudinalen Kohortenstudie
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Osteoporose ist eine häufige und klinisch relevante Erkrankung des Skelettsystems, die mit einer Verringerung der Knochendichte einhergeht. Es wurde bereits gezeigt, dass der im Blutserum und/oder Urin gemessene Calciumisotopenmarker (CIM) ein neuer Biomarker mit hoher Sensitivität und Spezifität für den Calcium-Stoffwechsel des Körpers ist. CIM ermöglicht die Früherkennung von Knochenstoffwechselstörungen und kann auch zur Erfolgskontrolle einer Osteoporosetherapie, wie bereits für Denosumab-Therapien gezeigt, eingesetzt werden. Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob Serum-und Urin-CIM-Werte das Therapieansprechen unterschiedlicher Osteoporose-Behandlungsstrategien longitudinal abbilden können. Die Untersuchung erfolgte im Rahmen des Osteo-Frak-Risk-Projekts, in dem eine Subkohorte von Probandinnen mit Osteoporose (DXA-T-Score < −2,5) osteologisch leitliniengerecht behandelt wurde.
Material und Methoden: Es wurde eine klinische Studie mit 155 Teilnehmerinnen (Frauen, Alter ≥ 60 Jahre, BMI < 30 kg/m²) durchgeführt, davon wurden 45 Probandinnen mit einem DXA T-Score < -2,5 als „Therapiegruppe“ in die endokrinologische Beurteilung und ggf. Behandlung überwiesen. Von den 45 initial rekrutierten Probandinnen mussten zwei aufgrund fehlender Messwerte bei Follow-up V2 von der Analyse ausgeschlossen werden, sodass 43 Patientinnen in die finale Auswertung eingingen. Es folgte eine longitudinale Analyse der Serum-CIM-Werte zu 3 Zeitpunkten, V1, V2, V3 über 2 Jahre mit verschiedenen Therapieregimen. Die statistische Analyse erfolgte explorativ mittels gepaarter t-Tests.
Ergebnisse: Die Therapien wurden wie folgt angesetzt: antiresorptive/anabole Therapie (N=13), Vitamin D3+Calcium (N=9), Vitamin D3 (N=19), keine Medikation (N=2). Alle drei aktiven Therapiegruppen zeigten signifikante Veränderungen der CIM-Werte von Baseline zu Follow-up. Die antiresorptive Therapie wies die stärkste Veränderung auf (∆ = +0.25, Cohen’s d = 1.14, p = 0.002), gefolgt von Vitamin D3+Calcium (∆ = +0.18, d = 1.47, p = 0.002) und Vitamin D3 allein (∆ = +0.07, d = 0.63, p = 0.014). Die Kontrollgruppe ohne Medikation zeigte keine signifikante Veränderung (p = 0.242).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass Serum-CIM-Werte unter unterschiedlichen Osteoporose-Therapien messbare und therapieassoziierte Veränderungen aufweisen. Insbesondere antiresorptive Therapien induzieren messbare Veränderungen mit sehr großen Effektstärken (d = 1.14). Der CIM-Marker könnte zukünftig eine wichtige ergänzende Rolle im therapiebegleitenden Monitoring von Patientinnen mit Osteoporose einnehmen. Aufgrund der begrenzten Gruppengrößen sind weitere Studien mit größeren Kollektiven erforderlich, um die beobachteten Effekte zu bestätigen und differenziert zu bewerten.



