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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Wie lange hält eine moderne Hüfttotalendoprothese? Eine systematische Übersichtsarbeit der Literatur und Analyse von zwei Millionen Fällen aus nationalen Endoprothesenregistern mit einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 30 Jahren

Amit Atrey - St. Michael’s Hospital, Toronto, University of Toronto, Toronto, Kanada

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die totale Hüftarthroplastik (THA) ist ein erfolgreiches operatives Verfahren, das darauf abzielt, Funktion und Lebensqualität von Millionen von Patienten weltweit wiederherzustellen. Die Kenntnis der langfristigen Standzeit einer THA ist für Patienten, Operateure und Gesundheitssysteme von großer Bedeutung, insbesondere für die Behandlungsplanung und Ressourcenallokation. In den letzten 20 Jahren hat die Einführung moderner Gleitpaarungen die Abriebeigenschaften von Implantaten und möglicherweise auch deren Langzeitüberleben wesentlich beeinflusst. Bislang existiert jedoch keine groß angelegte Studie, die das Langzeitüberleben moderner Implantate systematisch untersucht hat. Ziel dieser Studie war es daher, die Überlebensraten zeitgenössischer THA und verschiedener Gleitpaarungen zu bestimmen.

Material und Methoden: Es handelt sich um eine dreiteilige Studie, die sich ausschließlich auf moderne Gleitpaarungen konzentriert: hochvernetztes Polyethylen (XLPE) in Kombination mit Metall- oder Keramikköpfen der dritten und vierten Generation sowie Keramik-auf-Keramik-Primärimplantationen bei erwachsenen Patienten. Erstens wurde eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse durchgeführt, einschließlich einer Literaturrecherche in Medline und Embase von Datenbankbeginn bis zum 13. Juni 2024, wobei eine Mindestnachbeobachtungszeit von zehn Jahren erforderlich war. Zweitens erfolgte eine Metaanalyse von Daten aus acht nationalen Endoprothesenregistern zur Bewertung von Revisionen jeglicher Ursache in den verschiedenen Gleitpaarungskombinationen. Drittens wurden die extrahierten Daten extrapoliert, um das Implantatüberleben bis zu 30 Jahren zu schätzen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 1.522 Studien gescreent, von denen 29 eingeschlossen wurden, was Daten von 5.203 Patienten aus randomisierten kontrollierten Studien, Fallserien und Kohortenstudien ergab. Daten aus acht nationalen Endoprothesenregistern umfassten insgesamt 1,89 Millionen THA. Nach 15 Jahren zeigte die Literaturauswertung eine mittlere Überlebensrate zwischen 96% und 97%, während die Registerdaten eine Gesamtüberlebensrate von 93% nach 20 Jahren ergaben. Die Extrapolation dieser Daten ergab eine prognostizierte Überlebensrate von 92% nach 25 Jahren und 91% nach 30 Jahren.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die geschätzte 25-Jahres-Überlebensrate von 92% bei zeitgenössischen THA steht im deutlichen Gegensatz zu früheren Berichten von etwa 57%. Dies deutet auf eine erheblich verbesserte Langzeitbeständigkeit hin und könnte Auswirkungen auf die Patientenaufklärung, die Gesundheitsplanung sowie regulatorische Entscheidungen im Bereich von Medizinprodukten haben.