German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Die kombinierte Pemberton- und intertrochantäre derotierende Varisationsosteotomie über eine Single-Inzision – ein sicheres Verfahren?
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Zielsetzung und Fragestellung: Die simultane Korrektur acetabulärer und femoraler Fehlstellungen bei kindlicher Hüftdysplasie erfolgt häufig durch Kombination einer Pemberton-Beckenosteotomie mit einer intertrochantären Derotations- und Varisationsosteotomie (IDVO). Die Durchführung beider Osteotomien über eine Single-Inzision stellt ein alternatives operatives Vorgehen im Vergleich zur Doppel-Inzision dar, wirft jedoch Fragen hinsichtlich der perioperativen Komplikationsrate, insbesondere im Hinblick auf das Risiko einer avaskulären Femurkopfnekrose, auf. Ziel dieser Arbeit ist die Hüftkopfnekrose-Rate sowie das radiologische Outcome dieser kombinierten Osteotomie über eine Single-Inzision zu analysieren.
Material und Methoden: Retrospektive monozentrische Auswertung von 102 konsekutiven Kindern nach kombinierter Pemberton-Osteotomie und IDVO (Fa. Königsee) über eine Single-Inzision der Jahre 2013–2023. Radiologisch wurden die Korrekturwerte mittels CCD-, CE- und AC-Winkel und Migrationsindex nach Reimers (MI) bewertet. Postoperative Komplikationen wurden anhand der Patientenakten analysiert. Zusätzlich erfolgte eine Unterteilung in spastische vs nicht-spastische Grunderkrankungen, offene vs geschlossene Gelenkreposition sowie zusätzliche Adduktorentenotomie. Die statistische Analyse erfolgte mittels t/U-Test.
Ergebnisse: Eingeschlossen wurden 102 Kindern (49% männlich, 51% weiblich, mittleres Alter bei OP 6 Jahren; SD 2,05; p≥0.05). Zum Zeitpunkt der Materialentfernung betrug der mittlere CCD 125° ± 11°; der mittlere CE 21° ± 8° und der mittlere AC 16° ± 5°. Im Durchschnitt betrug der MI 6%. Die häufigste Komplikation war die Hüftkopfnekrose mit 11% gefolgt von 7% gips-bedingter Dekubitalulzera, 2% Periimplantatfrakturen und 2% prox. Femurfrakturen nach Materialentfernung. Die offene Reposition des Gelenkkopfes stellte einen Risikofaktor für Hüftkopfnekrosen dar. In 15% d.F. erfolgte Adduktorentenotomie ohne Einfluss auf die Hüftkopfnekrose-Rate. Es bestand kein Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Hüftkopfnekrose und einer spastischen oder nicht-spastischen Grunderkrankung oder einer primären bzw. sekundären Ursache (p ≥ 0,05).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Komplikationsrate ist, auch bedingt durch das anspruchsvolle Patientenkollektiv, mit den in der Literatur für das Doppel-Inzisionsverfahren beschriebenen Ergebnissen vergleichbar. Das erzielte Korrekturausmaß unterscheidet sich nicht von den publizierten radiologischen Korrekturergebnissen. Die Hüftkopfnekrose stellt weiterhin die häufigste schwerwiegende Komplikation dar, insbesondere nach erforderlicher offener Reposition des Femurkopfes. Im Literaturvergleich ergibt sich jedoch kein Hinweis auf eine erhöhte Inzidenz von Hüftkopfnekrosen. Die kombinierte Durchführung einer Pemberton-Osteotomie und einer IDVO über eine Single-Inzision stellt aus Sicht der Autoren ein valides alternatives operatives Vorgehen im Vergleich zur Doppel-Inzision dar.



