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German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Implantation primärer Kurzschaftprothesen im Patientenkollektiv ≥ 75 Jahre – eine sichere und effektive Versorgungsstrategie?

Ricarda Stauss - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Moritz Duggen - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Nils Becker - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Gesine Seeber - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Peter Savov - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Max Ettinger - Universitätsklinik für Orthopädie, Pius Hospital Oldenburg, Oldenburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Zuletzt wurde die Indikation zur Implantation von Kurzschaftprothesen zunehmend auch auf ältere Patienten ausgeweitet, da diese besonders von den potenziellen Vorteilen wie minimalinvasiven Zugängen und knochensparenden Implantationstechniken profitieren könnten. Ziel dieser Studie war die Analyse der klinischen, radiologischen sowie funktionellen Ergebnisse sowie der Komplikations- und Revisionsraten nach Implantation einer Kurzschaftprothese im Patientenkollektiv ≥ 75 Jahre im Vergleich zu einer jüngeren Kontrollgruppe.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Fall-Kontroll-Studie mit prospektivem Follow-Up erfolgte der Einschluss primärer Kurzschaftprothesen (Fa. Artiqo, A2-Schaft) im Zeitraum von 01/2023 bis 09/2024. Ausschlusskriterien umfassten Revisionseingriffe, unvollständige Datensätze sowie fehlende Einwilligung zur Studienteilnahme. Das Patientenkollektiv wurde altersstratifiziert in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe 1 < 75 Jahre, Gruppe 2 ≥ 75 Jahre. Die Datenerhebung umfasste die demographischen und klinischen Daten sowie die postoperativen Komplikations- und Revisionsraten. Das klinische Ergebnis wurde mittels etablierter Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) erhoben (Hip Disability and Osteoarthritis Outcome Score (HOOS), UCLA Activity Scale, Forgotten Joint Score (FJS)). Die radiologische Analyse umfasste Lockerungszeichen und Schaftsinterungen. Der Vergleich kategorialer Daten erfolgte mittels Chi2-Test. Kontinuierliche Variablen wurden mittels t-Test bzw. Mann-Whitney-U-Test ausgewertet. Als Signifikanzniveau wurde ein p-Wert < 0,05 festgelegt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 277 Patienten (Gruppe 1 n=200, Gruppe 2 n=77) mit vollständigem Follow-Up in die Studie eingeschlossen. Im Hinblick auf die postoperative, OP-bezogene Komplikationsrate bestand kein statistisch signifikanter Gruppenunterschied (5,0 vs. 1,3%, p=0,300). Die Revisionsraten unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen (2,5 vs. 1,3%, p=0,753). Die radiologische Analyse ergab keinen signifikanten Gruppenunterschied hinsichtlich der postoperativen Schaftsinterungen (Mittelwert, 95% KI: 2,2 (2,6 – 1,7) vs. 2,9 mm (3,7 – 2,1), p=0,062). Nach einem mittleren Follow-Up von 13 Monaten zeigten sich vergleichbare Ergebnisse für den FJS (70,2 vs. 69,2, p=0,995) sowie alle Subskalen des HOOS (Schmerz 88,6 vs. 88,3, p=0,684; Symptome 86,7 vs. 86,8, p=0,388; ADL 87,3 vs. 83,8, p=0,237; Sport 77,8 vs. 72,6, p=0,436; QoL 76,6 vs. 77,1, p=0,263) (Abbildung 1 [Abb. 1]). Im Patientenkollektiv < 75 Jahre zeigte der höhere UCLA-Score mit 6,1 vs. 5,4 Punkten ein höheres postoperatives Aktivitätslevel an (p=0,007).

Abbildung 1

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Implantation einer Kurzschaftprothese erzielt in der Patientengruppe ≥ 75 Jahre vergleichbare klinisch-funktionelle Outcomes sowie Komplikations- und Revisionsraten zur Kontrollgruppe < 75 Jahre. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass die Versorgung mit Kurzschaftprothesen auch bei Patienten höheren Alters eine sichere und effektive Behandlungsoption darstellt.