German Congress of Orthopaedics and Traumatology 2026 (DKOU 2026)
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
Femorotibiale Rotation im MRT in arthrotischen Kniegelenken: Gibt es eine Korrelation zur Gruppe des Coronal Plane Alignment of the Knee (CPAK) Klassifikation?
Text
Zielsetzung und Fragestellung: Das koronare Alignment des Kniegelenks von Patienten mit geplanter endoprothetischer Versorgung ist in der jüngeren Vergangenheit diskutiert und mehrfach klassifiziert worden.Vielfach verwendet ist die CPAK Klassifikation. Die femorotibiale Rotation (FTR) wird in dieser Klassifikation nicht berücksichtigt. Die Fragestellung dieser Studie ist, ob die Beinachse oder die Klassifikation nach CPAK eine Aussage zur Rotation des Kniegelenks ermöglicht.
Material und Methoden: Ab 2023 wurden 456 Patienten identifiziert, die eine Knieprothese erhielten und von welchen präoperativ eine MRT des Knies vorlag. Ausgeschlossen wurden Patienten mit vorangegangener kniegelenksnaher Fraktur oder Umstellungsosteotomie, fehlender Ganzbeinaufnahme, inkompletter Darstellung der Tuberositas tibiae und einem zeitlichen Abstand zwischen MRT und Operation von mehr als 24 Monaten. Die radiologische Einteilung in die CPAK-Gruppen erfolgte nach LDFA und MPTA der präoperativen Planung in einer Ganzbeinstandaufnahme mit einem orthopädischen Planungsprogramm. Die femorotibiale Rotation (FTR) wurde zwischen einer Senkrechten zur transepikondylären Achse (rTEA) femoral und der Verbindung zwischen Mittelpunkt des Ansatzes des hinteren Kreuzbandes und dem mittleren Drittel der Tuberositas gemessen. Ist die Tibia gegenüber der rTEA außenrotiert, wird der Winkel positiv. Untersucht wurden die Zusammenhänge zwischen femorotibialer Rotation und CPAK Gruppe und Beinachse im Hip-Knee-Ankle Winkel (HKA) in Abhängigkeit des Geschlechts.
Ergebnisse: Die Geschlechterverteilung lag bei weiblich zu männlich 267/182 (59/41%) das mittlere Alter bei 69 Jahren (46–89). 119 (47/72) Kniegelenke wiesen einen varischen, 204 (126/78) einen neutralen und 126 (94/32) einen valgischen HKA auf. Die häufigste CPAK-Gruppe war II (149, 88/61), gefolgt von I (81, 32/49), III (78, 60/18), V (55, 38/17), VI (48, 34/14) und IV (38, 15/23). Gruppen VII, VIII und IX (7/456) wurden ausgeschlossen. Die FTR betrug gesamt 5,4° (SD 5,8), Männer 3,9° (SD 5,5) gegenüber Frauen 6,3° (SD 5,7), p<0,001.Die valgische CPAK-Gruppe III hatte geschlechterübergreifend eine signifikant höher femorotibiale Rotation als die varische und neutrale Gruppen I und V (p=0,01 bzw. 0,002). Innerhalb der Geschlechtergruppen zeigt sich nur in der weiblichen Gruppe eine Tendenz zu einer verstärkten FTR in der CPAK-Gruppe III (p=0,07).
Diskussion und Schlussfolgerung: Der wichtigste Einflussfaktor auf die femorotibiale Rotation ist das Geschlecht mit höheren Werten für Frauen. Als CPAK-Gruppe mit der höchsten femorotibialen Rotation konnte die Gruppe III ermittelt werden, was sich mit höheren femorotibialen Rotationen in valgischen Beinachsen des HKA deckt. Zusammenfassend ist bei weiblichen Patienten sowie valgischen Beinachsen eine vermehrte femorotibiale Rotation zu erwarten.



