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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Therapie der primären Mittelgelenkesarthrose mittels Oberflächenersatzprothese: Eine retrospektive Studie mit minimum follow-up von 7 Jahren

Stefan Meuser - Abteilung Hand & Plastische Chirurgie, Helios Klinik Bonn/Rhein-Sieg, Bonn, Deutschland
Johanna Ueberberg - Abteilung Hand & Plastische Chirurgie, Helios Klinik Bonn/Rhein-Sieg, Bonn, Deutschland
Nico Schalfenberg - Abteilung Hand & Plastische Chirurgie, Helios Klinik Bonn/Rhein-Sieg, Bonn, Deutschland
Martin Richter - Abteilung Hand & Plastische Chirurgie, Helios Klinik Bonn/Rhein-Sieg, Bonn, Deutschland

Text

Fragestellung: Die ersten klinischen Ergebnisse moderner Oberflächenersatz-Endoprothesen des Fingermittelgelenkes waren vielversprechend. Bei guter Schmerzreduktion konnte die Gelenkachse suffizient korrigiert und die Beweglichkeit erhalten werden. Ziel dieser Studie ist es zu überprüfen, ob die guten Kurzzeitergebnisse bestand haben. Außerdem soll erfasst werden ob die Komplikations- und Revisionsrate über die Jahre konstant bleibt.

Methodik: Zwischen 2014 und 2019 wurde bei insgesamt 44 Fingermittelgelenken mit primärer Arthrose eine modulare Oberflächenersatzprothese (CAP Flex Prothese [KLS Martin]) implantiert. In Fällen mit erheblicher Achsdeviation wurde zusätzlich das Seitenband intraoperativ gerafft. Es erfolgte die regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit einer abschließenden Kontrolle mindestens 7 Jahr postoperativ. Die Untersuchungsparameter waren Bewegungsausmaß (ROM), Schmerzen in Ruhe/ unter Belastung auf der visuellen Analogskala (VAS), Seitenbandstabilität und klinische Achsdeviation. Zusätzlich erfolgten radiologische Kontrollen in Bezug auf Lockerung, Verschleiß und Gelenkachse.

Ergebnisse: Insgesamt konnten 35 Gelenke nach einem mittleren Nachuntersuchungszeitraum von 7,3 Jahren nachuntersucht werden. Das mediane Bewegungsausmaß präoperativ betrug 50°. Nach einer initialen Verbesserung auf 70° bestand zum Zeitpunkt der letzten Kontrolle noch eine ROM von 65°. Die Schmerzen in Ruhe und unter Belastung wurden im Median mit VAS 0 angegeben. Präoperativ bestand eine mediane Achsdeviation von 10° (nach ulnar). Diese verbesserte sich postoperativ auf 2° und betrug zum Zeitpunkt der letzten Kontrolle 4,5°. Radiologisch konnten keine Zeichen für Lockerung oder Materialbruch festgestellt werden. Über den gesamten Nachuntersuchungszeitraum mussten insgesamt 3 Prothesen aufgrund von persistierenden Schmerzen entfernt und die Gelenke arthrodesiert werden. Dieses entspricht einer Revisionsrate von 7%.

Schlussfolgerung: Die Prothetik des Fingermittelgelenkes mit modernen Oberflächenersatzprothesen der 3. Generation stellt ein verlässliches Verfahren in Bezug auf Schmerzreduktion und Bewegungserhalt dar. Auch Achsdeviationen können hiermit nachhaltig verbessert werden.Aufgrund der langfristig niedrigen Komplikationsrate und konstant guter Beweglichkeit im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Oberflächenersatzprothesen sind die Mittelgelenksprothesen der 3. Generation eine gute Alternative zu Silikonspacern.