66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie
Clenched-Fist-Syndrom
Text
Fragestellung: Das Clenched-Fist-Syndrom soll als seltene Entität und wichtige Differentialdiagnose beschrieben und anhand eines exemplarischen Falles dargestellt werden. Welche Krankheitsverläufe sollten den Handchirurgen an ein Clenched-Fist-Syndrom denken lassen? Welche Fallstricke liegen vor?
Methodik: Das Clenched-Fist-Syndrom soll zur Kenntnis gebracht bzw. in Erinnerung gerufen werden. Anhand einer Kasuistik wird ein typischer Krankheitsverlauf wiedergegeben und die Schwierigkeit der korrekten Diagnosestellung auch zur Abgrenzung anderer Differentialdiagnosen beschrieben. Die Kasuistik wird durch drei klinische Fotos des Lokalbefundes vervollständigt.Anschließend wird die Typologie des Krankheitsbildes auch aus psychiatrischer Sicht beschrieben.
Ergebnisse: Die Kasuistik zeigt bei protrahiertem Krankheitsverlauf über mehrere Jahre die Schwierigkeit der korrekten Diagnosestellung und die daraus resultierenden Probleme und Folgen der verzögerten Diagnosefindung auf. Die typischen langwierigen, teils funktionell fatal mündenden Verläufe sollen den Handchirurgen veranlassen, möglichst frühzeitig die Möglichkeit des Vorliegens eines Clenched-Fist-Syndrom in Betracht zu ziehen.
Schlussfolgerung: Die Kasuistik zeigt die Schwierigkeit der korrekten Diagnosstellung und die daraus resultierenden Probleme und Spätfolgen der zumeist erst verzögerten Diagnosefindung auf. Die seltenen, aber typischen Verlaufskriterien sollen den Handchirurgen veranlassen, möglichst früh an die Möglichkeit des Vorliegens eines Clenched-Fist-Syndromes zu denken und dann im Falle der Verdachtsdiagnose eine psychiatrische Exploration einzuleiten. Operative Interventionen sind in der Regel nicht indiziert, da sie die psychiatrische Ursache der Erkrankung nicht adressieren und zumeist in fatalen Verläufen münden.



