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66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie
08.-10.10.2026
Bremen

Meeting Abstract

Funktionelles Outcome eines adipösen Ulnaris-Perforatorlappens zur Rekonstruktion volarer Handgelenksdefekte

Uzay Cambaz - University of Pittsburgh, Department of Plastic Surgery, Pittsburgh, USA; Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Tübingen, Deutschland
Okan Gürsoy - University of Pittsburgh, Department of Plastic Surgery, Pittsburgh, USA
Tahsin Acartürk - University of Pittsburgh, Department of Plastic Surgery, Pittsburgh, USA

Text

Fragestellung: Die Rekonstruktion volarer Handgelenksdefekte stellt aufgrund der geringen Weichteildeckung und der Nähe zu funktionell relevanten Strukturen eine besondere Herausforderung dar. Eine suffiziente Defektdeckung muss neben der Protektion exponierter neurovaskulärer Strukturen insbesondere die Gleitfähigkeit der Flexorsehnen und damit die Funktion der Hand erhalten. Ziel dieser Arbeit war die Evaluation des funktionellen Outcomes eines rein adipösen Ulnaris-Perforatorlappens in dieser anatomisch anspruchsvollen Region.

Methodik: Ein Patient mit einem chronischen volaren Weichteildefekt (1,5 × 4 cm) und freiliegendem N. medianus wurde mittels Doppler-identifiziertem Perforator der A. ulnaris rekonstruiert. Es erfolgte die Hebung eines rein adipösen Perforatorlappens ohne fasziale Anteile mit anschließender Transposition zur Defektdeckung. Die Lappenoberfläche wurde mit Spalthaut gedeckt. Die postoperative Beurteilung umfasste klinische Parameter sowie die funktionelle Evaluation im Hinblick auf Beweglichkeit und Beschwerden.

Ergebnisse: Der Lappen zeigte eine stabile Perfusion ohne Anzeichen von partieller oder totaler Nekrose. Die Defektdeckung ermöglichte eine zuverlässige Protektion der freiliegenden Strukturen bei gleichzeitig erhaltener Gleitfähigkeit im Flexorkompartment. Es traten keine Wundheilungsstörungen oder funktionellen Einschränkungen auf. Der Patient zeigte eine uneingeschränkte Beweglichkeit ohne relevante Beschwerden im Alltag. Die Donor-Site-Morbidität war gering.

Schlussfolgerung: Der rein adipöse Ulnaris-Perforatorlappen ermöglicht eine dünne, gleitfähige und funktionell überzeugende Rekonstruktion volarer Handgelenksdefekte. Insbesondere bei begrenztem Weichteilmantel stellt er eine zuverlässige und klinisch relevante Alternative zu fasziokutanen Lappen dar und sollte in die rekonstruktive Entscheidungsfindung einbezogen werden.