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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Weiterentwicklung des Logatom-Matrixtests als mobile Applikation

Johannes Kolonko - Christian-Albrechts-Universität Kiel, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Audiologie, Kiel, Deutschland
Saskia Ibelings - Jade Hochschule Oldenburg, Institut für Hörtechnik und Audiologie, Oldenburg, Deutschland
Inga Holube - Jade Hochschule Oldenburg, Institut für Hörtechnik und Audiologie, Oldenburg, Deutschland
Matthias Hey - Christian-Albrechts-Universität Kiel, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Audiologie, Kiel, Deutschland

Text

Fragestellung: Durch die fortschreitende Digitalisierung findet die Verwendung mobiler Applikationen (Apps) zunehmend Einzug in die audiologische Diagnostik. Der Logatomtest, als Weiterentwicklung des Kieler-Logatomtests [1], in geschlossener und damit automatisierter Form ist einen Sprachtest, welcher von Patienten selbstständig durchgeführt werden kann. Ziel dieser Arbeit ist die Umsetzung des Logatomtests als App und die Bewertung von Unterschieden zur klassischen Umsetzung.

Methoden: Die Benutzeroberfläche wurde auf einem Android-Tablet realisiert. Die Versuchsteilnehmenden waren 20 erwachsene Personen ohne Hörbeeinträchtigung. Die App startete mit einer Abfrage der notwendigen Daten der Teilnehmenden. Es folgte eine Übungsphase (30 Items, 40 dB SPL), um die Probanden mit der Testprozedur vertraut zu machen. Für die Hauptmessung wurde die erste Liste bestehend aus 30 Items initial bei 30 dB SPL in Ruhe dargeboten. Der Schalldruckpegel wurde anschließend nach jeweils 30 Items sukzessive um 10 dB reduziert, bis das Verstehen unter die 50-%-Schwelle sank. Abschließend erfolgte eine Anhebung des Pegels um 5 dB sowie die Darbietung 30 weiterer Items, um die Diskriminationsfunktion genauer darzustellen. Der Schwellenwert für ein Sprachverstehen von 50% wurde mittels Interpolation aus der Diskriminationsfunktion bestimmt. Neben der Eingabe der Logatome wurde auch die Dauer der Eingabe aufgezeichnet.

Ergebnisse: Die Schwelle für ein Verstehen in Ruhe von 50% betrug für An- und Auslaut 13,6 dB SPL. Die Diskriminationsfunktion wies eine Steigung von 3,6%-Punkte/dB für den Anlaut und 2,9%-Punkte/dB für den Auslaut auf. Die größte Varianz des mittleren Phonemverstehens wurde bei 15 dB SPL erreicht, bei dem das Sprachverstehen zwischen 40 und 60% für den Anlaut und zwischen 30 und 70% für den Auslaut variierte. Dasselbe Phonem konnte je nach seiner Stellung im Wort – im Anlaut oder im Auslaut – eine unterschiedliche Verständlichkeit aufweisen. Die Versuchsteilnehmenden zeigten ebenfalls eine große Varianz in der Eingabedauer. Die schnellste Reaktion lag bei 2 s und die langsamste bei mehr als 10 s.

Schlussfolgerungen: Die Umsetzung des Logatomtests in automatisierter Form verspricht eine Vereinfachung der klinischen Routine. Für die automatisierte Form des Kieler-Logatomtests ergaben sich vergleichbare Ergebnisse zu der klassischen Durchführung des Tests. Die Kalibrierung des Audioausgangs wird vermutlich aufgrund der breiten Varianz der mobilen Endgeräte noch eine große Herausforderung.


References

[1] Müller-Deile J. Verfahren zur Anpassung und Evaluation von Cochlear Implant Sprachprozessoren. Heidelberg: Median Verlag; 2008.