28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Unerwartet schlechte Wahrnehmbarkeit von Veränderungen im Frequenzgang
Text
Anpassungen des Frequenzgangs an die Präferenz eines Zuhörers haben eine Reihe von Anwendungen. Dies umschließt zum Beispiel die Anpassung eines Equalizers für individualisierte Musikwiedergabe in Hearables, aber auch das Feintuning von frequenzabhängiger Verstärkung in der Hörgeräteanpassung. Eine konsistente Präferenz des Zuhörers erfordert eine klare Unterscheidbarkeit der präsentierten Optionen.
In dieser Studie untersuchen wir, wieviel Verstärkung in einzelnen Frequenzbändern notwendig ist, um eine Unterscheidbarkeit zu gewährleisten. Die resultierenden Wahrnehmungsschwellen betrachten wir für verschiedene Frequenzbänder und Stimuli sowie im Kontext mit Modellvorhersagen.
In einer Pilot-Studie wurde die Verstärkung in jeweils einem von sechs Frequenzbändern zwischen 300 und 6.000 Hz variiert. Für normalhörende Probanden ergeben sich Wahrnehmungsschwellen von bis zu 9 dB (für Erhöhen der Verstärkung gegenüber einer Referenz) beziehungsweise 18 dB (für Absenken der Verstärkung gegenüber einer Referenz). Diese unerwartet hohen Schwellen werfen Fragen dazu auf, inwieweit bisher angenommene Vorgehensweisen für eine präferenzbasierte Anpassung des Frequenzgangs möglich und sinnvoll sind.



