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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Intraoperatives CI-Monitoring – Anwendung eines Multifrequenz-Stimulus

Sabine Haumann - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Max Timm - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Andreas Büchner - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Thomas Lenarz - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Rolf Salcher - HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland

Text

Einleitung: Um bei CI-Insertionen vorhandenes Restgehör zu erhalten, ist es wünschenswert, ein intraoperatives Monitoring der Cochlea durchzuführen. Ein vielversprechender Ansatz ist die Messung von Cochleären Mikrophonpotentialen (CM) mittels Elektrochleographie (ECochG). Aktuell wird dies hauptsächlich intracochleär über die CI-Elektrode durchgeführt. Allerdings ändert sich damit während der Insertion der Aufzeichnungsort, so dass Veränderungen in der Signalamplitude nicht mit einer Veränderung des Restgehörs einhergehen müssen. Eine frühere Studie legt beispielsweise nahe, dass auch der Verlauf des präoperativen Restgehörs Einfluss auf das Verhalten der gemessenen Signalamplitude hat [1]. Hier wurde ein 500 Hz-Tonburst verwendet, während es mittlerweile multifrequente, simultane Stimuli gibt, die ein umfassenderes Bild über den Zustand der Cochlea versprechen. Erstes Ziel der hier vorgestellten Studie ist ein Vergleich beider Stimuli beim wachen Patienten, um dann zu entscheiden, welcher Stimulus intraoperativ angewendet wird.

Methode: Zunächst wurden bei Patienten mit erhaltenem Restgehör postoperativ beide Stimuli (500 Hz sowie Multifrequenzstimulus, MFS) angewendet, auf allen Elektrodenkontakten einzeln entsprechende Reizantworten gemessen und die Ergebnisse miteinander verglichen. Der MFS enthält fünf Frequenzen (250, 500, 1.000, 2.000 und 4.000 Hz). Aktuell wurden n=10 Datensätze erhoben, weitere Messungen sind terminiert. Anhand der Ergebnisse wird das Messprotokoll zur intraoperativen Messung angepasst und während der Insertion hörerhaltender CI-Elektroden angewendet.

Ergebnisse: Grundsätzlich können auch mit dem MFS Potentiale ausgelöst werden, die auch mit dem Audiogramm zu korrelieren scheinen. Jedoch sind die gemessenen Amplituden deutlich niedriger als bei Stimulation mit dem Einzelstimulus. Mit dem 500 Hz-Stimulus konnten Effekte des Audiogrammverlaufes bestätigt werden, beim MFS waren in den meisten Fällen die gemessenen Amplituden hierzu zu niedrig.

Schlussfolgerung: Mit Hilfe des MFS können Potentiale über mehrere Frequenzen hinweg dargestellt werden, allerdings nur bei ausreichend Restgehör. Bei geringerem Restgehör liefert ein Einzelfrequenzstimulus zuverlässigere und aussagekräftigere Messergebnisse zum Untersuchen von Effekten des Restgehörs.


References

[1] Haumann S, Timm ME, Büchner A, Lenarz T, Salcher RB. Does the audiogram shape influence the intracochlear recording of Electrocochleography during and after cochlear implantation? Front Neurosci. 2025 Jan 16;18:1530216. DOI: 10.3389/fnins.2024.1530216