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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Über die Bedeutung und Erfassung der elterlichen Kommunikation über Emotionen mit Kindern mit Hörschädigung – Vorstellung eines neuen Fragebogens

Karolin Schäfer - Universität Duisburg-Essen, Institut für Sonderpädagogik, Essen, Deutschland
Vanessa Hoffman - HAW Hamburg, Hamburg, Deutschland
Manfred Hintermair - Pädagogische Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Text

Emotions-Kommunikation spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von hörgeschädigten Kindern und ist ein wichtiger Prädiktor für die psychosoziale Entwicklung. Untersuchungen zeigen, dass hörende Eltern von hörgeschädigten Kindern weniger über Emotionen sprechen als Eltern, deren Kinder nicht hörgeschädigt sind.

Im Vortrag wird die deutsche Version des Parent-Child Emotion Communication Questionnaires (PEC; Rieffe et al., 2024; deutsche Version F-EI-EmKom von Hintermair, Libbi & Rieffe, 2024) vorgestellt, die an einer Stichprobe von n=102 Eltern von hörgeschädigten Kindern im Alter von 3.0 bis 6.11 Jahre erprobt wurde.

In dem Fragebogen werden Eltern darüber befragt, wie wichtig Emotions-Kommunikation in ihrem Alltag ist und wie häufig sie Emotionen in der Kommunikation mit ihren Kindern thematisieren. In der vorliegenden Untersuchung gaben die Eltern außerdem weitere Informationen zu den Kindern (z.B. Hörstatus, besuchte Einrichtung, Kommunikationsmodalität, kommunikative Kompetenz der Kinder, psychosoziale Entwicklung) sowie zu sich selbst (elterliches Stresserleben, elterliche Responsivität).

Die Ergebnisse zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen der elterlichen Emotionskommunikation und der elterlichen Responsivität sowie der kommunikativen Kompetenz der Kinder. Hörgeschädigte Kinder, deren Eltern häufiger mit ihnen über Emotionen sprechen, haben ein besseres Emotionswissen und bessere Empathiefähigkeiten. Kinder mit Zusatzbeeinträchtigung und deren Familien sind hingegen eher gefährdet; Es zeigt sich eine höhere elterliche Belastung sowie häufig auch eine geringere sozial-emotionale Kompetenz der Kinder. Die Kommunikationsmodalität (Laut- oder Gebärdensprache) spielt hingegen keine Rolle bei der Emotionskommunikation.

Der Beitrag formuliert Vorschläge für die pädagogische Praxis hinsichtlich der Förderung von Emotions-Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.


References

[1] Hintermair M, Hoffmann V, Schäfer K. Die Rolle elterlicher Emotionskommunikation für die sozial-emotionale Entwicklung hörgeschädigter Vorschulkinder [The Role of Parental Emotional Communication in the Socioemotional Development of Deaf and Hard-of-Hearing Preschoolers]. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother. 2025 Nov;53(6):293-303. German. DOI: 10.1024/1422-4917/a001028
[2] Rieffe C, Li Z, Tsou YT. Development and validation of the short parent–child emotion communication questionnaire. European Journal of Developmental Psychology. 2024;21(6):952–965. DOI: 10.1080/17405629.2024.2388589