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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Präzisionsdiagnostik in der Hördiagnostik von Kindern

Ruth Lang-Roth - Uniklinik Köln, Schwerpunkt Phoniatrie und Pädaudiologie/CIK, Köln, Deutschland

Text

Wie können wir das Hörvermögen von Kindern präzise feststellen? Ziel einer jeden pädaudiologischen Untersuchung ist, eine möglichst frequenzspezifische und seitengetrennte Bestimmung des Hörvermögens. Je nach Alter des Kindes kommen unterschiedliche objektive und subjektive Hörprüfverfahren zum Einsatz. Während direkt nach der Geburt die objektive Diagnostik den größten Stellenwert hat und die subjektive Diagnostik zur Plausibilitätskontrolle eingesetzt wird, kann sie aber auch in geschulten Händen früh mit zur Evaluation der Hörschwelle eingesetzt werden.

Direkt nach dem kontrollbedürftigem Neugeborenenhörscreening in den ersten Lebenstagen hat die Umfelddiagnostik hinsichtlich einer möglichen ursächlichen konnatalen CMV-Infektion eine hohe Relevanz. Das diagnostische und therapeutische Zeitfenster ist sehr klein und die Zusammenarbeit der Fachdisziplinen ist unabdingbar.

Die Umfelddiagnostik sowohl genetisch wie auch pädiatrisch/neuropädiatrisch und opthalmologisch ist ebenfalls relevant für die weitere Diagnostik und Therapie.

Die objektiven ERA- Verfahren verlieren mit zunehmendem Alter, das Kind schläft tagsüber nicht mehr, in der ambulanten Routinediagnostik ihre Bedeutung und bleiben Untersuchungen in Sedierung oder Narkose vorbehalten. Dafür können weitere überschwellige Geräusch- und Sprachtestverfahren eine gute Auskunft über das Sprachverstehen liefern.

Altersunabhängig ist nach einer Meningitis eine extrem zeitnahe und präzise Diagnostik notwendig, um bei einer erfolgten Ertaubung eine Cochleaimplantation, vor einer eventuell eintretenden Obliteration der Cochlea durchgeführt werden kann.

Zusammengefasst ist eine alters- und entwicklungsgerechte, valide und zeitnah verfügbare pädaudiologische Diagnostik mit Umfelddiagnostik notwendig, um die kindliche Hörstörung in allen Alters- und Entwicklungsstufen präzise diagnostizieren zu können. Hierin liegt die Basis der erfolgreichen Therapie für eine zeitgerechte Entwicklung des Kindes.