Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Häufigkeit von prädiktiven OCT-Biomarkern bei Patienten mit neovaskulärer AMD
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Hintergrund: Neben der etablierten Beurteilung von Flüssigkeitsansammlungen rückt zunehmend auch die Analyse weiterer morphologischer OCT-Biomarker bei Patienten mit neovaskulärer AMD in den Fokus. Untersuchungen dieser Strukturen können helfen, pathophysiologische Prozesse besser zu verstehen und mögliche prognostische Marker für den Verlauf und das Therapieansprechen zu identifizieren.
Methoden: In dieser laufenden klinischen Beobachtung wurden bisher 20 Patienten mit neovaskulärer AMD eingeschlossen, die sich zur Kontrolle nach IVOM-Therapie in unserer Sprechstunde vorstellten. Erfasst wurden bestkorrigierter Fernvisus, zentrale Netzhautdicke und definierte morphologische OCT-Biomarker am betroffenen Auge. Alle OCT-Untersuchungen erfolgten mit dem Spectralis (Heidelberg Engineering) und wurden von jeweils zwei Untersuchern unabhängig ausgewertet. Die untersuchten Parameter wurden anschließend in Bezug zu Visusentwicklung und Therapiecharakteristika gesetzt.
Ergebnisse: Das Patientenkollektiv (Durchschnittsalter 79,85±8,89 Jahre, w/m=12:8) befand sich zum Untersuchungszeitpunkt im Mittel 27,21±26,59 Monate nach Diagnosestellung und hatte durchschnittlich 8,37±8,46 Injektionen einer Anti-VEGF-Therapie auf dem eingeschlossenen Auge erhalten. Es zeigte sich ein mittlerer Visus von 0,54 logMAR sowie eine mittlere zentrale Netzhautdicke von 371,55 µm. Zu den am häufigsten detektierten OCT-Biomarkern gehörten hyperreflektive Foci (100%), Desintegrität der ellipsoiden Zone (95%), Pigmentepithelabhebung (75%), subretinales hyperreflektives Material (74%), subretinale Flüssigkeit (65%) und intraretinale Flüssigkeit (60%).
Schlussfolgerungen: Die Kenntnis morphologischer OCT-Biomarker liefert wichtige Einblicke in den Krankheitsverlauf der neovaskulären AMD. Ihre Berücksichtigung im klinischen Alltag ermöglicht eine differenziertere Prognoseabschätzung und kann Hinweise auf das individuelle Therapieansprechen geben.



