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8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien

Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
13.-14.11.2025
Berlin


Meeting Abstract

ACCEPT ART for Refugees: Akzeptanz- und Commitment-Therapie-basierte Kunsttherapie zur Traumaprävention für Menschen mit Fluchterfahrung

Christina Vedar 1,2
Katrin Roehlig 1,3
Susann Kobus 4,1,2
1Universität Duisburg-Essen, Deutschland
2Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Fachbereich für Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaften, Alfter, Deutschland
3Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), Deutschland
4Universitätsmedizin Essen, Klinik für Kinderheilkunde I, Deutschland

Text

Die vorliegende Dissertationsstudie untersucht die Wirksamkeit kunsttherapeutischer Gruppenangebote in Kombination mit Elementen der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zur Reduktion von Stress und psychischen Belastungssymptomen bei geflüchteten Erwachsenen. Ziel ist es, emotionale Stabilisierung, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Teilhabe durch kreative, ressourcenorientierte Prozesse zu fördern. Im Zentrum steht die Entwicklung eines manualisierten Interventionskonzepts, das in einer mixed-methods Studie evaluiert wird. Das Manual umfasst drei Phasen:

  1. Beziehungsaufbau und Schaffung von Sicherheit,
  2. Exploration emotionaler Themen mittels künstlerischer Gestaltung und ACT-basierter Wertearbeit sowie
  3. Integration und Abschluss.

Die Methoden zielen auf die Stärkung innerer Stabilität, die Förderung achtsamer Gegenwärtigkeit sowie das Erleben von Handlungsfähigkeit trotz schwieriger Lebensrealitäten, angelehnt an das Hexaflex der ACT. Die Verbindung von ACT und Kunsttherapie bietet ein besonders wirksames Potenzial für diese Zielgruppe: Während ACT dabei hilft, belastende Gedanken und Gefühle anzunehmen und werteorientiert zu handeln, ermöglicht die Kunsttherapie einen nonverbalen Zugang zu innerem Erleben und kulturellen Ausdrucksformen. Gerade bei Menschen mit Fluchterfahrung – die häufig sprachlich, kulturell und systemisch marginalisiert sind – entsteht so ein heilsamer Raum für Resonanz, Ausdruck und Neubeginn. In Deutschland fehlen bislang systematisch evaluierte, kultursensible und präventiv wirksame kunsttherapeutische Angebote für geflüchtete Erwachsene. Dieses Forschungsprojekt versteht sich daher als modellhafter Beitrag zur Schaffung niedrigschwelliger, interdisziplinärer und evidenzbasierter Interventionen im sozialtherapeutischen Feld – an der Schnittstelle von Therapie, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe.