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8. Jahrestagung der Wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien

Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Künstlerische Therapien
13.-14.11.2025
Berlin


Meeting Abstract

Resonanzraum Natur. Die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur in der kunsttherapeutischen Ausbildung

Anna Müller 1
1Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Fachbereich für Künstlerische Therapien und Therapiewissenschaften, Alfter, Deutschland

Text

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur als Resonanzraum in der kunsttherapeutischen Ausbildung. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Naturerfahrungen in Verbindung mit künstlerischer Praxis Wahrnehmung, Selbstreflexion und Resonanzfähigkeit fördern und so eine nachhaltige Ressource für die kunsttherapeutische Berufspraxis darstellen können. Die Arbeit basiert auf zwei methodischen Zugängen: Der ästhetischen Forschung, mit Naturbegehungen, Tagebuchaufzeichnungen und künstlerische Arbeiten, dokumentiert nach fünf Phasen Modell von Leuschner (2012) und den fünfzehn Thesen von Kämpf-Jansen (2001), und offenen Fragebögen von Studierenden und Dozierenden. Die Ergebnisse zeigen, dass Natur in künstlerischen Prozessen konsequent als Resonanzpartnerin erfahren wird und dass die künstlerischen Prozesse durch Naturimpulse entstehen und getragen werden können. Die Befragungen verdeutlichen, dass sowohl Studierende als auch Dozierende die Integration von Natur in die Ausbildung – aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven – als wertvoll ansehen. Im Abgleich mit den Hypothesen wird deutlich: Natur stärkt künstlerische Wahrnehmungs- und Reflexionsprozesse, sie wirkt als Brücke zwischen Theorie und Praxis und sie kann langfristig eine Ressource für die kunsttherapeutische Praxis darstellen. Methodische Grenzen liegen in der geringen Stichprobengröße sowie in der subjektiven Nähe der Autorin zum Forschungsfeld. Die Arbeit trägt damit zur Diskussion um die Verankerung naturbezogener Inhalte in kunsttherapeutischen Curricula bei und eröffnet Perspektiven für eine ökologisch und ästhetisch fundierte Ausbildungspraxis.