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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Mukokutane Infektkomplikation unter immunsuppressiver Dauertherapie

Cosima Hauser-Stadler - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Barbara Leggewie - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Sebastian Strieth - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Carina Lorenz - Zentrum für Hauterkrankungen am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Judith Sirokay - Zentrum für Hauterkrankungen am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Nilay Aylin Yücel - Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Marit Bernhardt - Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland

Text

Einleitung: Bei einem 55-jährigen Patienten unter Infliximab-Therapie wegen Morbus Crohn traten ein Jahr nach einer Mittelmeerreise multiple kutane Läsionen in Gesicht und Nacken auf. Nach Biopsien der Läsionen fanden sich histopathologisch Amastigoten, molekularbiologisch konnte Leishmania donovani und L. infantum nachgewiesen werden.

Methoden: Fallvorstellung.

Ergebnisse: Aufgrund mukokutaner Manifestation, Läsionen an kritischen Lokalisationen und Immunsuppression wurde die Diagnose einer komplizierten Leishmaniose gestellt. Eine Therapie mit Miltefosin (3×50 mg p.o. über 28 Tage, verlängert auf 60 Tage) führte nur zu einem geringen Ansprechen. Nach erneuter Biopsie mit persistierendem Nachweis einer floriden Entzündung evaluierten wir die Umstellung auf Paromomycin (1000-2000mg/Tag über 21 Tage).

Diskussion: Der Fall demonstriert die Relevanz der MCL als Differenzialdiagnose ulzerierender Läsionen auch bei länger zurückliegenden Fernreisen. Besonders bei immunsupprimierten Patienten sollten persistierende Schleimhautveränderungen an eine Leishmaniose denken lassen. Miltefosin ist gut verträglich, kann aber bei komplizierten Verläufen unzureichend wirken. Paromomycin stellt hier eine Alternative dar, jedoch ist sein oto- und nephrotoxisches Potenzial zu beachten.