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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Lokale T-Zell Dysregulation und Immun Checkpoint Expression bei HVP vermittelter Larynxpapillomatose

Hans Eckel - HNO, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Su Ir Lyu - Pathologie, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Jens Peter Klußmann - HNO, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland
Kevin Hansen - HNO, Uniklinik Köln, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Die Larynx Papillomatosis (RRP) ist eine seltene, durch das humane Papillomavirus (HPV) vermittelte Erkrankung, die durch das wiederholte Auftreten gutartiger epithelialer Tumoren der oberen und selten auch der unteren Atemwege gekennzeichnet ist. Obwohl sie als gutartig gilt, kann sie sich in Einzelfällen maligne verändern und stellt insbesondere durch häufig notwendige operative Eingriffe eine erhebliche Belastung für die Betroffenen dar. Die Immunantwort bei RRP ist durch eine lokale Immunsuppression geprägt, unter anderem durch eine Dysregulation von T-Zell-Subpopulationen und eine erhöhte Expression von Immun-Checkpoint-Molekülen.

Methoden: In dieser retrospektiven Studie wurden Gewebeproben von 30 RRP-PatientInnen analysiert, die zwischen 2009 und 2021 an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Uniklinik Köln behandelt wurden. Ziel war es, die Zusammensetzung der intraläsionalen T-Zell-Populationen (CD4⁺, CD8⁺ und FoxP3⁺ T-Zellen) sowie die Expression der Immun-Checkpoint-Moleküle PD-L1 und CTLA4 mittels Immunhistochemie zu untersuchen und mit klinischen Parametern wie Krankheitsverlauf, Interventionshäufigkeit und adjuvanter Therapie zu korrelieren.

Ergebnisse: Die Studie zeigte, dass ein hohes FoxP3/CD4-Verältinis mit einer aggressiveren Erkrankung assoziiert war, gemessen an der Anzahl vorheriger chirurgischer Eingriffe. Im Gegensatz dazu war die absolute Anzahl an CD4⁺, CD8⁺ und FoxP3⁺ T-Zellen sowie die Expression von PD-L1 und CTLA4 nicht direkt mit der Schwere der Erkrankung oder dem interventionsfreien Intervall assoziiert. Ein hervorzuhebendes Ergebnis war die reduzierte Infiltration von CD4⁺ T-Zellen bei PatientInnen, die zuvor virostatisch mit intraläsionalem Cidofovir behandelt worden waren. Die Expression von CTLA4 wurde in sämtlichen untersuchten Proben nachgewiesen, was auf eine potenzielle Rolle von Anti-CTLA4-Therapien bei RRP hindeutet. Weiterhin wurde die Verteilung der Immunzellen innerhalb der Gewebekompartimente untersucht. Die meisten Immunzellen und Checkpoint-Proteine waren im stromalen Bereich lokalisiert, während das Papillom-Epithel geringere Zellzahlen aufwies.

Diskussion: Diese Arbeit stellt die erste systematische Untersuchung der CTLA4-Expression in RRP dar und liefert neue Einblicke in die lokale Immunarchitektur der Erkrankung. Angesichts der beobachteten Immundysregulation und der konstanten Expression von CTLA4 könnten Immun-Checkpoint-Inhibitoren – insbesondere in Kombinationstherapien – eine vielversprechende Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten darstellen. Die hier vorgestellten Ergebnisse können als Grundlage und Rationale für die Planung von klinischen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von CTLA4-Blockade mit oder ohne anti-PD1 Therapie bei RRP dienen.