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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Genauigkeit der intraoperativen SmartNav-Telemetrie zur Bestimmung der Einführtiefe von Cochlea-Implantaten

Felix Simon Heitkötter - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Mouhamad Kaimeh - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Katja Schauwienold - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Leo Hebbelmann - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Maximilian Oberste - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Claudia Rudack - Department Experimentelle Audiologie, Klinik für Hals,- Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland

Text

Einführung: Die präzise Bestimmung der angularen Einführtiefe ist entscheidend für die anatomische Beurteilung einer CI-Insertion und beeinflusst tonotopische Zuordnung, Anpassung und funktionelle Ergebnisse. SmartNav nutzt die Transimpedanzmatrix, um die Position des Elektrodenarrays während der Insertion elektrophysiologisch in Echtzeit abzubilden. Die Genauigkeit dieser Tiefenschätzung im Vergleich zu CT-basierten Referenzmethoden ist jedoch bislang nur begrenzt untersucht.

Methoden: Analysiert wurden 18 Implantationen mit vollständiger SmartNav-Telemetrie und postoperativer Otoplan-Auswertung. Bestimmt wurden gerichtete Differenzen, absolute Abweichungen und Bland-Altman-Profile; zusätzlich wurden Einführdauer und individuell hinterlegter Cochleadurchmesser explorativ berücksichtigt.

Ergebnisse: SmartNav unterschätzte die postoperative Einführtiefe konsistent (mittlere Differenz 85°). Die absolute Abweichung betrug im Mittel 96° (Spannweite 8°-268°). Nur 22% der Messwerte lagen innerhalb der Systemtoleranz von ±45°.

Die Einführdauer pro Elektrode zeigte weder in Korrelationen noch in Regressionsmodellen einen Einfluss auf die Abweichung. In den vier Fällen mit anatomisch hinterlegtem Cochleadurchmesser war die Streuung der Abweichungen geringer, ohne statistische Belastbarkeit.

Diskussion: SmartNav liefert stabile Echtzeitinformationen über den lnsertionsverlauf und eignet sich zur Detektion relevanter intraoperativer Ereignisse. Die systematische Unterschätzung der absoluten Einführtiefe ist methodisch bedingt und spiegelt die funktionelle TIM-Rekonstruktion wider, ohne die qualitative Aussagekraft zu beeinträchtigen. SmartNav ergänzt die postoperative Bildgebung sinnvoll, ersetzt sie jedoch nicht, wenn eine anatomisch präzise Tiefenbestimmung erforderlich ist.