Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Vergleich des Risikos für akutes Nierenversagen nach TIPS versus Kontrastmittel-CT bei dekompensierter Leberzirrhose: Eine bizentrische retrospektive Studie
Text
Hintergrund und Ziel: Der Einfluss iodhaltiger Kontrastmittel (KM) auf die Entwicklung eines akuten Nierenschadens (AKI) bei Patient:innen mit Leberzirrhose ist bislang unzureichend geklärt. Insbesondere fehlen vergleichende Daten zwischen KM-gestützten CT-Untersuchungen und interventionellen Verfahren wie der transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunt-Anlage (TIPS). Ziel dieser Studie war es, das AKI-Risiko nach KM-Exposition im Rahmen von TIPS-Eingriffen im Vergleich zu KM-CT-Untersuchungen systematisch zu evaluieren.
Methode: In dieser retrospektiven, bizentrischen Studie wurden insgesamt 644 Patient*innen mit Leberzirrhose eingeschlossen (554 nach TIPS-Anlage, 90 nach KM-CT). Zur Reduktion von Einflussfaktoren erfolgte ein Propensity-Score-Matching anhand von Alter, Geschlecht, MELD-Score, Serum Albumin und Kreatinin, wodurch eine gematchte Kohorte von 145 TIPS- und 90 CT-Patient*innen entstand. Primäre Endpunkte waren die AKI-Inzidenzen nach 7 und 28 Tagen gemäß den Kriterien der International Club of Ascites (ICA). Unabhängige Prädiktoren wurden mittels uni- und multivariater Cox-Regression analysiert.
Ergebnis: Die Inzidenz eines AKI war sowohl nach 7 Tagen (6,2% vs. 16,7%) als auch nach 28 Tagen (PSM: 8,2% vs. 27,8%) in der TIPS-Gruppe signifikant niedriger als in der KM-CT-Gruppe. Die TIPS-Anlage war in beiden multivariaten Cox-Regressionsanalysen mit einer signifikanten Reduktion des AKI-Risikos assoziiert (7 Tage: HR 0,40, p = 0,009; 28 Tage HR 0,31, p = 0,001). Ein höherer MELD-Score (7 Tage: HR 1,094; p = 0,004; 28 Tage HR 1,073; p = 0,010) stellte in beiden multivariaten Cox-Regressionsanalysen einen unabhängigen Risikofaktor für AKI dar, während Alter, Geschlecht sowie der Einsatz von Betablockern oder Diuretika keinen signifikanten Einfluss zeigten.
Zusammenfassung: Im Vergleich zur KM-CT-Untersuchung war die TIPS-Anlage und hiermit assoziierte KM-Gabe mit einem signifikant reduzierten AKI-Risiko assoziiert.. Dies könnte durch hämodynamische Verbesserungen und eine gesteigerte renale Perfusion nach TIPS erklärt werden, insbesondere bei funktionellen Nierenfunktionsstörungen wie dem hepatorenalen Syndrom.



