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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Leberzirrhose ist der Hauptrisikofaktor für Mortalität – Lehren aus einer Analyse von 10.400 stationären PatientInnen mit akuter Hepatitis E

T. Essing - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
A. Killer - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
S. Gliga - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
P. Park - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
C. Angendohr - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
T. Lüdde - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
S. Loosen - Universitätsklinik Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die Hepatitis-E-Infektion ist eine häufige, jedoch verhältnismäßig wenig erforschte Zoonose mit steigender Prävalenz. In Europa treten meistens Genotyp 3 und 4 nach Verzehr von Lebensmitteln meistens Schweinefleisch und Wild auf. Die Mortalität variiert stark in Abhängigkeit vom Genotyp, den Patientenmerkmalen und Komplikationen. Eine Analyse und sorgfältige Interpretation der Entlassungsdaten könnten dazu beitragen, Risikogruppen und Komplikationen zu erkennen und die Prävention für diese Risikogruppen zu optimieren.

Methode: Für unsere Analysen verwenden wir standardisierte Entlassungsdaten aller PatientInnen mit einer Hauptdiagnose Hepatitis E, die zwischen 2005 und 2022 in einem deutschen Krankenhaus behandelt wurden. Die Analysen wurden durch das Statistische Bundesamt durchgeführt.

Ergebnis: Insgesamt haben wir zwischen 2005 und 2022 10.400 HEV-Patienten identifiziert. Das mediane Alter lag bei 53,21 Jahren, und die PatientInnen waren überwiegend männlich (64,43%). Von 2005 (39 Fälle/Jahr) bis 2022 (1.298 Fälle/Jahr) stieg die Anzahl der HEV-PatientInnen deutlich an. Die durchschnittliche Krankenhaussterblichkeitsrate lag bei 0,64%, wobei die höchste Krankenhaussterblichkeit im Jahr 2014 (1,46%) zu verzeichnen war. Die Krankenhaussterblichkeit stand in signifikantem Zusammenhang mit dem Geschlecht (m: 0,84%; w: 0,41%) und stieg mit zunehmendem Alter auf 1,30% bei den über 60-Jährigen. 33 der insgesamt 71 Verstorbenen hatte eine Leberzirrhose (46,5%), bei 26 von diesen ist ein akut auf chronisches Leberversagen codiert. Die Mortalität bei Leberzirrhose lag bei 7,25%, bei einem hepato-renalen Syndrom bei 42,2%, und bei hepatischer Enzephalopathie bei 19,2%. Weitere Komplikationen mit hoher Mortalitätsrate waren Sepsis (51,3%) oder eine invasive Beatmung (69,4%).

Zusammenfassung: Die Anzahl der Fälle von hospitalisierten Patientinnen mit Hepatitis E ist steigend, wobei unklar bleibt, ob tatsächlich mehr Infektionen auftreten oder besser diagnostiziert wird. Glücklicherweise ist die Krankenhaussterblichkeit nach wie vor relativ gering, steigt jedoch in absoluten Zahlen an. Ältere Männer sowie PatientInnen mit Leberzirrhose haben das höchste Risiko an den Folgen einer Hepatitis E zu sterben und sollten demnach über die Übertragungswege der Hepatitis E aufgeklärt werden. Gerade für diese PatientInnen wäre die Verfügbarkeit einer Impfung wertvoll.