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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Chronotype-Profiling bei Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung

M. Oezcürümez - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
J. Weninger - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
N. Al - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
J. Böcker - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Augenklinik, Bochum, Deutschland
J.-P. Sowa - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland
L. Klaus-Pilz - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Berlin, Deutschland
B. Dick - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Augenklinik, Bochum, Deutschland
A. Canbay - Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, Medizinische Klinik, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Übergewicht und Adipositas sind zentrale Risikofaktoren der metabolisch assoziierten steatotischen Fettlebererkrankung (MASLD), die 20–30% der Bevölkerung betrifft und ein Spektrum von Steatose über MASH bis zur Zirrhose umfasst. Präklinische Daten zeigen eine ausgeprägte zirkadiane Regulation des hepatischen Stoffwechsels, moduliert durch Darmmikrobiom und äußere Zeitgeber wie Schlaf-/Wach-Rhythmus, Ernährung und Lichtexposition. Beim Menschen fehlen bislang systematische Daten zur Häufigkeit, Ausprägung und Messbarkeit zirkadianer Störungen bei MASLD. Ziel dieser Studie ist die umfassende Charakterisierung zirkadianer Rhythmen bei MASLD-Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollen sowie die Evaluation geeigneter chronobiologischer Messverfahren.

Methode: In einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie werden MASLD-Patienten und alters- sowie geschlechtsgematchte Kontrollen untersucht. Das Studiendesign kombiniert ambulante Langzeitmessungen mit einer standardisierten 24-stündigen stationären Phase. Erfasst werden Aktivität und Schlaf mittels Aktigraphie, kontinuierliche Temperaturmessungen sowie individuelle Lichtexposition über zwei Lichtsensoren. Ergänzend werden Schlaf- und Ernährungstagebücher sowie standardisierte Fragebögen erhoben. Während der stationären Phase erfolgen zweistündliche Blutabnahmen zur Analyse metabolischer und hormoneller Parameter sowie ein Dim-light Melatonin Onset Test (DLMO). Die Auswertung erfolgt mittels zeitabhängiger statistischer Modelle und chronobiologischer Analysen.

Ergebnis: Die Daten von bisher 25 Probanden belegen die Validität des multimodalen Messansatzes mit einer relevanten interindividuellen Variabilität zirkadianer Parameter. Die Mehrheit der Probanden wies stabile Tag-/Nacht-Muster mit hoher interdaily Stability (IS 0,66) und moderater intradaily Variability (IV 0,62) auf. Eine kleinere, überwiegend durch Schichtarbeit geprägte Gruppe zeigte hingegen deutlich reduzierte Stabilität (IS 0,37) und ausgeprägte Variabilität (IV 0,93). Korrelations- und Clusteranalysen identifizierten funktionell kohärente Variablencluster, in denen zirkadiane Phasenparameter gemeinsam mit hepatischen und metabolischen Indikatoren gruppierten. Die Assoziationsmuster zwischen DLMO-basierten und leberspezifischen Indikatoren bildeten ebenfalls hierarchische Cluster.

Zusammenfassung: Die erhobenen Muster der Chronotypisierung deuten auf eine systematische Assoziation zwischen zirkadianer Regulation, Schlafverhalten und Leber- bzw. Stoffwechselfunktion hin.