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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Gallensteinileus – therapeutische Strategien und Erfahrungen aus sieben Fällen eines universitären Zentrums

F. Meinhardt - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
J. Treckmann - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
A. Tenbakji - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
U. Neumann - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
M. Kaths - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Der Gallensteinileus stellt eine seltene, jedoch schwerwiegende Komplikation der Cholelithiasis dar und entsteht typischerweise infolge einer biliodigestiven Fistel mit nachfolgender Migration eines großen Gallensteins in den Dünndarm. Aufgrund des hohen Alters und der ausgeprägten Multimorbidität der betroffenen Patient:innen ist die optimale operative Strategie – einfache Enterolithotomie versus ausgedehntere Verfahren mit Darmresektion, Fistelverschluss und Cholezystektomie – weiterhin Gegenstand kontroverser Diskussionen. Ziel dieser Studie ist die Darstellung einer monozentrischen Fallserie sowie die Analyse perioperativer Ergebnisse in Abhängigkeit vom gewählten operativen Vorgehen.

Methode: Sieben zwischen 2014 und 2025 behandelte Patient:innen mit Gallensteinileus wurden retrospektiv analysiert. Operatives Vorgehen, postoperative Komplikationen, Intensivaufenthalt und Verweildauer wurden erfasst; ergänzend erfolgte eine systematische Literaturrecherche zu Fallserien. Die Komplikationen wurden nach Clavien–Dindo klassifiziert.

Ergebnis: Die überwiegend älteren, multimorbiden Patient:innen (Medianalter 79 Jahre) wurden mittels Enterolithotomie (n=3), Darmresektion mit Anastomose (n=2) oder Enterolithotomie mit zusätzlichen Maßnahmen (n=2) behandelt. Ein Rezidivfall nach externer Voroperation wurde eingeschlossen. Zwei Patient:innen entwickelten postoperative Komplikationen, ein Patient verstarb. Drei Patient:innen benötigten intensivmedizinische Behandlung. Die mediane Verweildauer betrug 11 Tage (7–34).

Zusammenfassung: Der Gallensteinileus stellt insbesondere bei gebrechlichen, multimorbiden Patient:innen weiterhin eine therapeutische Herausforderung dar und ist selbst in einem universitären Zentrum eine seltene Erkrankung. Entsprechend konnte auch über einen langen Beobachtungszeitraum nur eine begrenzte Fallzahl erfasst werden. In den meisten Fällen sind eine alleinige Enterolithotomie oder eine limitierte Dünndarmresektion mit Anastomose ausreichend und mit einer akzeptablen Morbidität verbunden. Ausgedehntere operative Verfahren einschließlich Cholezystektomie und biliodigestivem Fistelverschluss können in ausgewählten Situationen erwogen werden; eine klare Empfehlung lässt sich jedoch weder aus der aktuellen Evidenz noch aus der vorliegenden Fallserie ableiten. Die Wahl des operativen Vorgehens sollte stets individualisiert unter Berücksichtigung der Komorbiditäten erfolgen, wobei einzeitige Verfahren vor allem bei klinisch stabilen Patient:innen in Betracht gezogen werden können.