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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Anorektales Melanom – Fallbericht über die erfolgreiche radikale abdomino-perineale Resektion

J. Miller - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
D. Rieschl - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
P. Storz - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland
A. Kirschniak - Kliniken Maria Hilf, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Mönchengladbach, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die Manifestation von malignen Melanomen im Bereich des Anorektums ist sehr selten. Die Tumoren weisen ein schnell progressives Wachstum mit frü̈her lymphogener sowie hämatogener Metastasierungstendenz auf und gehen mit einer schlechten Prognose einher. Da die Symptome denen benigner Erkrankungen des Anorektums gleichen, erfolgt die Diagnosestellung meist verzögert. In der Therapie nicht-metastasierter anorektaler Melanome spielt die operative Resektion eine entscheidende Rolle. Hierfür stehen zwei operative Methoden, die organerhaltende lokale und die radikale abdomino-perineale Resektion zur Verfügung. Aufgrund geringer Inzidenzzahlen und der damit einhergehenden schlechten Datenlage existiert hinsichtlich des chirurgischen Ausmaßes bislang keine generelle Empfehlung. Im Folgenden berichten wir von einer 60-jährigen Patientin mit einem anorektalen malignen Melanom, die tumorfrei im Rahmen einer Rektumexstirpation operativ versorgt wurde.

Methode: Im Dezember 2023 wurde bei der Patientin aufgrund vermehrter transrektaler Schleimabgänge eine Koloskopie veranlasst. Die erfolgten Biopsien eines auffälligen anorektalen Befundes mit multilokulärer Komponente ergaben den histologischen Nachweis eines malignen Melanoms. In der präoperativen PET/CT-Untersuchung zeigte sich kein Hinweis auf eine Metastasierung. In der interdisziplinären Tumorkonferenz wurdea ufgrund des Befallmusters der Entscheid zur radikalen abdomino-perinealen Rektumresektion gefällt. Die Operation sowie der postoperative Verlauf gestalteten sich komplikationslos.

Ergebnis: Das endgü̈ltige histologische Ergebnis ergab ein 2,6 cm großes, malignes Melanom des distalen Rektums mit Infiltration der Submukosa und drei intramukosalen Satellitenherden. Die Resektatränder und lokoregionären Lymphknoten präsentierten sich tumorfrei.

Zusammenfassung: In der Literatur lassen sich überwiegend Case reports zum Krankheitsbild des anorektalen Melanoms finden. Einzelne retrospektive Kohortenstudien strebten einen Vergleich der unterschiedlichen Operationsmethoden hinsichtlich eines möglichen Einflusses auf die postoperative Überlebensdauer an. Hierbei zeigten die lokale sowie die radikale abdomino-perineale Resektion, unabhängig von einer nodalen Positivität, vergleichbare Ergebnisse. Der Entscheid über das Resektionsausmaß bleibt daher weiterhin eine Individualentscheidung.